Mars unterzieht alle Maschinen und das gesamte Gebäude am Standort regelmäßigen Health-Checks, um Ausfallrisiken zu minimieren und den Energieverbrauch zu senken. Von Strom und Wasser über Druckluft, Kälte und Dampf bis zur Niederspannungsversorgung hat das Unternehmen das ehrgeizige Ziel, bis 2040 weltweit klima- und umweltfreundlich zu produzieren. Dazu zählt auch die Optimierung der Druckluftversorgung.
Die beiden ZR3-Kompressoren von Atlas Copco, die bis vor einiger Zeit ihren Dienst verrichteten, waren schon alt und wiesen einen vergleichsweise hohen Energieverbrauch auf – Zeit, die Station zu modernisieren. „20 bis 30 Jahre sind bei uns das Maximum bei Maschineneinsatzzeiten“, erklärt Stefan Manshon, der bei Mars in Viersen alle Energiethemen koordiniert. „Alles, was älter ist, tauschen wir aus.“ 2007 schaffte Mars den ersten drehzahlgeregelten Kompressor von Atlas Copco an, einen ZR 132 VSD FF mit 132 kW installierter Motorleistung. Ende 2012 folgte der zweite ölfrei verdichtende Schraubenkompressor aus dieser Baureihe, allerdings mit etwas höherer Leistung: ein ZR 160 VSD FF. Das Kürzel VSD steht für „Variable Speed Drive“, variable Drehzahl des Motors. Dieses Ausstattungsmerkmal senkt den Energiebedarf gegenüber herkömmlichen Kompressoren mit fester Drehzahl um bis zu ein Drittel, da sich die Motorendrehzahl – und damit verbunden der Volumenstrom – immer exakt an den aktuellen Druckluftbedarf im Werk anpassen lässt.
Das FF im Namen steht bei beiden Kompressoren für „Full Feature“, die Komplettausstattung mit integriertem, effizientem MD-Adsorptionstrockner. Dieser Trocknertyp nutzt die Wärme aus dem Verdichtungsprozess des Kompressors zur Regeneration des Trockenmittels. Eine weitere Energiezufuhr ist nicht erforderlich, womit der MD-Trockner extrem effizient arbeitet: Er benötigt lediglich 120 W für den Motor, der die Trocknertrommel dreht. Außerdem geht bei diesen Trocknern keine Druckluft verloren und der Druckabfall innerhalb des MD ist äußerst gering.
„In unserer Fertigung schwankt der Druckluftverbrauch extrem“, erläutert Stefan Manshon: „Die Grundlast liegt bei etwa 400 Nm3/h. Im Durchschnitt benötigen wir um die 1000 und in Spitzen über 1800 Nm3/h.“ Insbesondere zum Reinigen der 21 Verpackungsmaschinen wird eine Menge Luft gebraucht. In Viersen verarbeitet Mars jährlich über 55 000 t Rohmaterialien zu 2,9 Mio. Schokoriegeln wie Balisto, Twix und Celebrations.
„Nach jedem Produktwechsel muss der Maschinenfahrer die Restbestände mit Blaspistolen manuell von der Anlage blasen“, führt Manshon aus. „Im Lastprofil der Kompressoren sieht man dann sofort, dass gerade irgendwo gereinigt wird.“ Auch Schokoladen-Tankwagen, von denen täglich vier auf den Hof fahren, werden mit Druckluft entleert: Die Tanks, die 28 t fassen, werden auf dem Lkw hochgestellt und von oben mit Druckluft beaufschlagt. Und schließlich werden zahlreiche Ventile im Werk mit Druckluft gestellt.




