Schafft aus dem fränkischen Ansbach stellt neben diversen Produkten auch die beliebten Bifi-Würstchen her. Im Jahr 2010 entschied sich das Management des Unternehmens, das zum Unilever-Konzern gehört, für eine Modernisierung einer bestehenden Verpackungsstraße, die mit mechanischer Automation versehen war. Kern war hier, die Zahl der Kundenreklamationen signifikant zu senken und Störungen der Produktion zu minimieren. Auch die Flexibilität der Produktion hinsichtlich Produktvielfalt sollte gesteigert werden. Des Weiteren sollten die Umrüstzeiten auf die Werkzeugwechselzeiten bei den Tiefziehmaschinen reduziert werden.
Die 2006 erfolgte Umstellung auf Roboterbeschickung der Tiefzieh- und Versiegelungs-anlage bringt viele Vorteile. Kam es früher bei der mechanischen Beschickung mit Produkten immer wieder zu Staus im Materialstrom, gehören diese Probleme heute der Vergangenheit an. Zudem erzielen die Roboter dank vorgeschalteter Kameraerfassung und Bildauswertung eine deutlich höhere Einlegequalität. So greifen sie nur Salamis mit den richtigen Abmessungen vom Zufuhrband, während sie zu kleine oder zu große Produkte zur Ausschleusung durchlassen. Weiter sorgt das präzise Platzieren der Würste durch die Roboter dafür, dass praktisch keine Produkte mehr auf den Siegelnähten liegen, wodurch sich der Anteil an Gutteilen signifikant erhöht. Außerdem ist bei Produktwechseln eine Umstellung der Maschinen bequem per Knopfdruck möglich. Lediglich die Verpackungsmaschine ist auf das neue Format umzustellen.
Bevor die auf der Tiefziehfolie liegenden Bifis in die Versiegelungsmaschine gelangen, passieren sie die von Robomotion entwickelte Kontrolleinheit Robo Control. Sie überprüft nochmals alle kritischen Qualitätsmerkmale, die Kunden als Mängel ansehen könnten. So kontrolliert Robo Control, ob die Siegelnaht Verunreinigungen aufweist. Selbst ein für das menschliche Auge durchsichtiger Wurstdarm bleibt dabei nicht unentdeckt.
Das Wichtigste aber ist, dass Robo Control bei jedem Vorzug des Förderbandes die Produktdaten mit einem Zeitstempel versieht und gemeinsam mit dem Prüfergebnis auf einer Festplatte speichert. Diese Daten sind der Schlüssel für das spätere Ausschleusen defekter Packungen und Produkte auf der Endverpackungsseite. Darüber hinaus können die Daten bei Kundenreklamationen zur genauen Rückverfolgung herangezogen werden. Zur schnellen Information der Mitarbeiter wiederum visualisiert die Kontrolleinheit die detektierten Fehler auf einem Monitor. Alle an der Linie erfassten Daten und Kamerabilder lassen sich in einem nächsten Schritt zusammenführen. So ergibt sich eine lückenlose Verfolgung der Produkte durch die Verpackungsstraße.
Die bereits bestehende Automationslösung für das Kartonieren auf der Endverpackungsseite konnte lediglich sieben unterschiedliche Kartonformate verarbeiten. Außerdem ließ sich ein automatisches Ausschleusen fehlerhafter Produkte nicht mehr in das System integrieren.




