Dr. Volker Peterseim und Nicole Schneider
In CIP- und SIP-Prozessen werden immer aggressivere chemische Reinigungsmittel eingesetzt, um Verschmutzungen und Organismen in möglichst kurzer Zeit zu beseitigen. Oft sind die tatsächlichen Reinigungsbedingungen härter als die in den 3-A-Sanitary-Standards festgelegten Testbedingungen. Dies liegt zum einen an dem Trend, keine oder nur noch wenige Konservierungsstoffe zu verwenden, zum anderen an dem Ziel, eine höhere Produktivität durch verkürzte Reinigungszeiten zu erreichen. Sterilisation mit Dampf bei immer höheren Dampftemperaturen und Drücken ist eine weitere Belastung, die Dichtungen verkraften müssen. Für die genannten Belastungen, die für Produktionsanlagen in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie typisch sind, eignen sich nur wenige Dichtungswerkstoffe. Dazu zählen beispielsweise EPDM, FKM, HNBR oder Silikon (VMQ). Doch haben diese Elastomertypen, wie verschiedene Untersuchungen ergaben, einzelne Schwächen:
- EPDM ist hervorragend gegen Säuren, Laugen, oxidierende Medien sowie gegen Reinigungsmedien und Sterilisation (auch mit Dampf) beständig. Doch in fetthaltigen Medien bei höheren Temperaturen und Konzentrationen quillt EPDM und kann deshalb nicht als universelles Dichtungsmaterial verwendet werden.
- Die üblichen FDA-konformen FKM-Werkstoffe sind in sauren oder alkalischen Reinigungsmitteln nicht beständig. Auch in Dampf ist die Beständigkeit begrenzt.
- HNBR ist ebenfalls in sauren Reinigungsmitteln unbeständig, so dass keine universelle Einsetzbarkeit gegeben ist.
- Silikon ist nur in geringem Maße gegenüber Dampf beständig.
- Perfluorelastomere (FFKM) bieten zwar eine umfassende Beständigkeit, gelten jedoch für die Anforderungen in der Lebensmittelindustrie als „over engineered“ und zu teuer.
Weder EPDM noch die anderen genannten Alternativwerkstoffe sind als Universallösung geeignet. Kommen sie zum Einsatz, können kürzere Standzeiten, höherer Verschleiß und damit mehr Wartungszyklen die Folge sein. Um diese Defizite auszugleichen, hat Freudenberg Dichtungs- und Schwingungstechnik mit Fluoroprene XP-40 einen speziell für die Lebensmittelindustrie maßgeschneiderten Dichtungswerkstoff entwickelt. Er vereint alle in dieser Branche benötigten Beständigkeitsanforderungen und bietet gleichzeitig einen entscheidenden Preisvorteil gegenüber Perfluorelastomeren (Bild 2).
Dichtungen aus Fluoroprene XP-40 sind auch dann einsetzbar, wenn EPDM aufgrund einer zu hohen Fettkonzentration des abzudichtenden Mediums nicht mehr in Frage kommt. Denn dieser Dichtungswerkstoff ist sowohl in Säure, Lauge und Dampf hervorragend beständig, aber auch Fette sowie die häufigsten Aromastoffe können ihm nichts anhaben. Selbstverständlich ist Fluoroprene XP-40 ein Dichtungswerkstoff, der die Vorgaben der FDA 21 CFR 17.2600 erfüllt und so nachweislich für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet ist. Da die Anlagen in der Lebensmittelindustrie immer häufiger für die Herstellung und Verarbeitung verschiedener Produkte mit unterschiedlichen Rezepturen eingesetzt werden, bietet dieser Dichtungswerkstoff den entscheidenden Vorteil der universellen Beständigkeit.




