Andrea Loesch, Bruno Opitsch
Vor allem die Prozesstechnik sowie viele Abläufe in der Nahrungsmittelindustrie sind durch hohen Energieeinsatz gekennzeichnet. Vor dem Hintergrund der weltweiten Überlegungen Energie einzusparen gibt es auch in diesen Bereichen bzw. Branchen eine Vielzahl von Ansatzpunkten. Der wichtigste Schritt dabei ist, den Energieverbrauch im Detail zu kennen. Denn erst, wenn die zahlreichen Ist-Zustände bekannt sind, kann über Anlagenkonzepte bzw. Technologieänderungen ein zielgerichteter Optimierungsprozess in Gang gebracht werden, an dessen Ende die Energieeinsparung steht.
Siemens trägt dieser Entwicklung damit Rechnung, dass Niederspannungs-Schaltgeräte, wie sie millionenfach in Maschinen und Anlagen eingesetzt sind, sukzessive mit Messmöglichkeiten, Datenerfassung und Kommunikationseinrichtungen bestückt werden. Das gilt beispielsweise für Leistungsschalter ebenso wie für Motormanagement- und auch Messgeräte.
Ein gutes Beispiel für die Konzentration auf intelligente Niederspannungs-Schaltgeräte ist das Multifunktionsmessgerät Sentron PAC3200, das Ströme, Spannungen und Energiewerte von Verbrauchern erfasst. Es eignet sich für den direkten Anschluss an Industrienetze bis zu 690 V (darüber hinaus mit Spannungswandlern) und ist in der Lage, ein-, zwei- oder dreiphasig zu messen. Durch seine hohe Messgenauigkeit nach IEC 62053-22 kann es sogar als Energiezähler für die unternehmensinterne Verrechnung genutzt werden.
Ein weiteres Beispiel ist das Motormanagement-System Simocode pro, ein flexibel und modular aufgebautes System für Elektromotoren im Niederspannungsbereich. Dieses kann über Profibus DP – ebenso wie das genannte Multifunktionsgerät Sentron PAC3200 – direkt mit der übergeordneten Steuerung kommunizieren. Simocode pro ist in der Lage, eine Vielzahl von Werten zu erfassen wie Stromverbrauch, Wirkungsgrad (über den Leistungsfaktor bzw. die Scheinleistung und Wirkleistung), Betriebsstundenzahl, Anzahl der Startungen, Motorerwärmung und vieles andere mehr.
In Kombination mit der Baustein-Bibliothek des Prozessleitsystems Simatic PCS 7 lässt sich Simocode pro auch einfach und komfortabel in der Prozessleitebene abbilden. Damit erhalten Betreiber wertvolle Aussagen über den Zustand von Motoren und damit über den Effizienzgrad einer Anlage. In der Folge kann so das Engineer-ing optimiert oder der Amortisationszeitraum von Energiesparmotoren ermittelt werden.
Solche modernen Geräte bilden die Ausgangsbasis für ein Energiemanagement, was vorbereitend für die Energieeinsparung vorhanden sein muss. Der nächste Schritt ist dann das systematische Zusammenführen aller gewonnenen Informationen, um daraus den optimalen Betrieb – meist allerdings zuerst das Rationalisierungspotenzial – in punkto Energieverbrauch abschätzen zu können.




