Gisela Swegat
Seit 10 Jahren hat sich die Emmi-Gruppe kontinuierlich zum führenden Milchunternehmen der Schweiz entwickelt. Mit Hauptsitz in Luzern, besitzt sie heute Konzernstruktur und beschäftigt über 2400 Mitarbeiter. Im Jahr 2003 wird ein Umsatz von ca. 1,4 Mrd. CHF erwartet. Das Unternehmen ist in drei Sparten gegliedert, die Frischprodukte, Molkereierzeugnisse und Käse produzieren.
Der Erfolg von Emmi liegt zum einen in der allgemeinen Internationalisierung der Märkte begründet – durch eine erhöhte Auslandstätigkeit wurde das Geschäft auf relevante Exportmärkte ausgeweitet. Zum anderen trugen der Kauf von verschiedenen Firmen sowie Marktanteilsgewinne und Innovationen zum stetigen Wachstum bei.
Das neue Logistikzentrum in Emmen wurde von der Industriebau-Engineering (IE) als Generalunternehmer verantwortlich geplant. Die Komplexität des Projektes machte es erforderlich, dass zu den Logistikfachleuten von Emmi, Westfalia und IE noch Experten von SimPlan, einem Dienstleistungsunternehmen mit Schwerpunkten in der Materialfluss-, Produktions- und Logistiksimulation, hinzugezogen wurden, um gemeinsam für eine optimale Lösung der Prozesse zu sorgen. Die Aufgabe von SimPlan bestand darin, durch Simulation die Leistungskapazität des vorgegebenen Logistikkonzeptes von IE zu überprüfen. Zu diesem Zweck wurde das gesamte logistische System in einem Simulationsmodell nachgebildet.
In dem bisher manuell bewirtschafteten Kommissionierlager (Blocklager), dem Herzstück der erweiterten Lagerzentrale, wurden umfangreiche Umbauten realisiert. Die Kapazität des Lagers wurde auf ca. 5100 Paletten ausgelegt, von denen 4770 auf das Satellitenlager in Längseinlagerung entfielen. In der Kommissionierung wurden 175 Pickbahnen mit je zwei Palettenplätzen integriert. Im bestehenden Blocklager werden die C-Artikel bearbeitet.
Die Förderanlagen wurden automatisiert und erhielten neue Steuerungssysteme mit Materialflussverfolgung. Der Lieferumfang von Westfalia beinhaltete darüber hinaus drei Regalfahrzeuge, deren Fahrleistung von 200 m/min, bei einer Hubgeschwindigkeit von 90 m/min den Anforderungen nach mehr Leistung im Lager gerecht wurden. Im Doppelspiel können pro Regalfahrzeug ca. 65 Paletten mit einem Gewicht von je 1000 kg distribuiert werden. Die bewährte 3fach-Unterstützung wurde deshalb präferiert, dass die schweren Paletten nicht durchbiegen und somit gefahrlos bewegt werden können. Der Leistungskatalog umfasste weiterhin die Montage umfangreicher Fördertechnik, z. B. Aufzüge und Förderstrecken von ca. 250 m. Auch von der Lagerverwaltungssoftware her wurde der neueste Standard realisiert, um den Anforderungen, die an ein komfortables Programm gestellt werden, zu entsprechen. Die zusätzliche Westfalia-eigene Software für die papierlose Kommissionierung Kosy mit Rückverfolgbarkeit, kann heute als Stand der Technik angesehen werden. Sicherheit im automatischen Betrieb ist von äußerster Wichtigkeit für einen reibungslosen Ablauf im Lager. Um dieses Ziel zu erreichen wurde die Compaq-Clusterlösung mit sehr hoher Sicherheit der Hardware gewählt.




