Die Standardisierung der sicherheitsgerichteten Kommunikation bringt dem Maschinenbau Vorteile. Allerdings ist auch ein Umdenken und in Teilen eine Reorganisation bei der Konstruktion und Projektierung der Anlagen erforderlich. Das ist, auf einen kurzen Nenner gebracht, die Erfahrung der ETT Verpackungstechnik GmbH. Das Unternehmen entwickelt und fertigt sowohl komplette Endverpackungslinien als auch kompakte Pickerzellen, Roboterpacker und Monoblock-Packanlagen. Zu den Kunden gehören u. a. namhafte Hersteller von Nahrungsmitteln, Getränken oder Waschmitteln.
Die Anlagen werden kundenspezifisch entwickelt, wobei man auf ein Modulsystem an Standardkomponenten zurückgreift. Die Anlagen zeichnen sich durch hohe Leistung und hohen Automationsgrad aus. In vielen Projekten sind zusätzlich kompakte Abmessungen gefordert. „Häufig werden vorhandene Anlagen durch neue ersetzt, und der Platz ist begrenzt“, erläutert Rolf Baschin, der als Leiter Materialwirtschaft bei ETT arbeitet. Das gilt oft auch für den Schaltschrank. Aus diesem Grund – aber nicht nur deshalb – setzt ETT auf dezentrale Intelligenz und verlagert die Steuerungskomponenten ins Feld. Sensorik, Aktorik und Steuerung kommunizieren dann über den AS-Interface-Standard (AS-i), der sich gerade in der Verpackungstechnik durchgesetzt hat.
AS-i wurde dezidiert für die Sensor-Aktor-Kommunikation entwickelt. Bis zu 62 Teilnehmer werden über das typische gelbe Flachbandkabel, das zugleich die Energieversorgung sicherstellt, verbunden und über den AS-i Master mit integriertem Feldbus-Gateway gesteuert. Damit spart man erheblichen Verdrahtungsaufwand und erhöht zugleich die Flexibilität, weil sich das System über den Master bequem konfigurieren lässt.
Dieses Prinzip bewährt sich bei ETT seit Jahren. Die Nutzung von AS-i bot eine gute Basis, um auch die sicherheitsgerichtete Kommunikation der Anlagen zu vereinfachen. Anlass war die Einführung der revidierten Maschinenrichtlinie. „Wir haben geprüft, wie sich die Sicherheitstechnik aufwerten und das Prinzip der durchgängig zweikanaligen Signalübertragung am besten umsetzen lässt und uns für AS-i Safety at Work entschieden“, erklärt Stefan Josef, Konstrukteur bei ETT.
Seitdem wird das Flachbandkabel bei ETT auch zur Anschaltung der sicherheitsgerichteten Komponenten verwendet, und die Auswertung bzw. Anschaltung der Geräte übernimmt ein AS-i-Sicherheitsmonitor. „Dieses Prinzip bietet uns den Vorteil, dass wir einen hohen Performance-Level für Elektronik, Sensorik und Logik erreichen und zugleich weniger Aufwand bei der Konstruktion treiben müssen, stellt Josef fest. „Denn die im Sicherheitsmonitor hinterlegte Logik erreicht zuverlässig den gewünschten Performance-Level, und wir müssen nur noch die Aktorik betrachten.“ Darüber hinaus vereinfacht sich die Installation, der Platzbedarf für den Monitor ist gering und bei der Konfiguration unterstützt die Asimon-Software den Programmierer. Außerdem wird der Vorteil der Flexibilität auch in der Sicherheitstechnik gern genutzt: Bei nachträglichen Änderungswünschen oder Umbauten lassen sich neue Sicherheitsschaltgeräte einfach ins vorhandene System integrieren.




