Seit 2004 entwickelt Grundfos mit dem Bio-Booster ein Konzept für modular aufgebaute, kleine dezentrale Kläranlagen mit einem Einwohnergleichwert ab 1000 EGW. Einsatz finden diese Anlagen in der kommunalen Abwasseraufbereitung, in Krankenhäusern und insbesondere in der Nahrungsmittelindustrie. Kernstück ist der PBR (Pressurised Biofilm Reactor), eine Membranfiltereinheit mit rotierenden Keramikmembranen.
Anders als Polymermembranen müssen Keramikmembranen nicht ausgewechselt werden. Die hinterlegten Steueralgorithmen sorgen dafür, dass die Membranen sich stets bestmöglich an den Klärschlamm und die Belastung anpassen. Auf der Grundlage des PBR-Reaktors verwendet die in Containern installierte Bio-Booster-Lösung ein Aufbereitungsverfahren, das die natürliche Reaktionsgeschwindigkeit von mehreren Wochen auf eine Dauer von nur wenigen Minuten senkt. Jeder Container besitzt eine spezifische Funktion – je nachdem, ob er der Vor- oder Nachbehandlung, der biologischen Behandlung, der Lagerung von Nebenprodukten, der Druckbeaufschlagung oder der Sauerstoffproduktion dient.
Während ein PBR-Bio-Booster durch mechanische und biologische Behandlung des Abwassers eine Rückhaltung der organischen Belastung von rund 80 % erreicht, sichert der Einsatz des MBR-Bio-Boosters (Membrane Reactor) eine vollständige Rückführung des Wassers in hoher Qualität.
Bio-Booster-Systeme können kundenspezifisch angepasst und auch nachträglich problemlos erweitert werden; sie beanspruchen nur etwa 15 % des erforderlichen Platzbedarfs von konventionellen Lösungen.
Mehr als 13 500 Landwirte in Schweden, Dänemark, Deutschland, Belgien, Luxemburg, den Niederlanden und Großbritannien sind Eigentümer der Milchgenossenschaft Arla Foods, die international mehrere Produktionsstätten betreibt. In Vimmerby (Schweden) verarbeitet das Unternehmen täglich rund 1,5 Mio. kg Milch zu Milchpulver. 2012 plante Arla Foods die Kapazität dieser Produktionsanlage auszubauen. Eine erweiterte Produktion führt aber auch zu mehr Abwasser – zunächst war das ein erhebliches Problem: Weil die Abwasseraufbereitungsanlage der Gemeinde bereits voll ausgelastet ist, hätte der notwendige Ausbau der Kläranlage drei bis vier Jahre gedauert. Viel zu lange für Arla.
Pär Bragsjö, Facility Manager von Arla Foods, fragte daraufhin bei Grundfos eine dezentrale modulare Bio-Booster-Kläranlage an. Nachdem der Auftrag im November 2012 erteilt wurde, ging bereits im Mai 2013 ein Bio-Booster mit einer Leistung von 18 000 EGW in Betrieb.
Grundfos stellte die modulare Bio-Booster-Anlage in Dänemark zusammen und installierte sie anschließend am Standort in Vimmerby, wo Arla bereits nach den Entwürfen von Grundfos das Betonfundament vorbereitet hatte. Nach der Lieferung der Module benötigten die Spezialisten von Grundfos für das Einrichten und Hochfahren der Anlage nur wenige Tage.




