Dr.-Ing. Hans-Joachim Johl
Wirtschaftlichkeit in der sterilen Verfahrenstechnik bedeutet zuerst eine sichere sowie möglichst lange kontaminationsfreie Produktion. Schlecht reinigbare Apparate in einer Produktionsanlage bergen hygienische Risiken und stellen damit ein latent vorhandenes Gefahrenpotential mit erheblichem Produktionsrisiko dar. Anforderungen bezüglich hygienischer Sicherheit in der Pharmaindustrie haben ausgehend von GMP (Good Manufacturing Practice) und GHP (Good Hygienic Practice) im Rahmen von HACCP- (Hazard Analysis and Critical Control Point) Betrachtungen seit geraumer Zeit auch lebensmittelproduzierende Betriebe erreicht. Die zentralen Forderungen an die Pumpentechnik sind in diesem Zusammenhang:
• ein Höchstmaß an Dichtheit des Systems (kein Passieren von Mikroorganismen)
• möglichst geringe Verweilzeit und Menge des Produktes in der Pumpe
• die Reinheit der produktberührten Bereiche
• hohe Oberflächengüte, Rauheit 0,8 µm (elektropolieren bevorzugt)
• problemlose und effektive Reinigungsfähigkeit und Sterilisierbarkeit
• inerte Konstruktionsmaterialien.
Die oszillierende Verdrängerpumpentechnik bietet aufgrund ihrer in der Tabelle dargelegten Eigenschaften in bezug auf diese Aspekte eine Reihe vielversprechender Ansatzpunkte.
Die einfachste Form der Membranpumpe entsteht durch Teilen des Kolbenpumpenkörpers in einen Fluid- und einen Kolbenantriebsteil. Wird zwischen diese beiden Teile eine Membran eingespannt und mit dem Kolben verbunden, so erhält man eine Membranpumpe mit mechanisch angetriebener Membran (Abb. 2), die bereits alle hygienischen Vorteile der Membranpumpentechnik beinhalten kann.
Das Förderfluid befindet sich, abgetrennt durch die Membran, in einem hermetischen Raum, dessen Sterilschnittstellen die Membran selbst und ihre Einspannungen an der Kolbenverbindung und am Membranaußendurchmesser zur Umgebung sind. Die Rückseite der Membran steht in Kontakt mit der Umgebungsluft. Da es sich bei beiden Einspannstellen ausschließlich um statische Dichtungen handelt, ist die gesamte Problematik der dynamischen Dichtung von Kolbenpumpen nicht mehr vorhanden. Aufgrund der Einfachheit dieses Wirkprinzips sind keine Dampf- oder Fluidsperren erforderlich.




