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    Mikroplastik und PFAS aus Prozesswasser entfernen
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    Technik

    Mikroplastik und PFAS aus Prozesswasser entfernen

    In der Food- und Pharmaindustrie kommt der Wasseraufbereitung eine immer wichtigere Rolle zu. Eine Edelstahlanlage entfernt PFAS und Mikroplastik aus dem Prozesswasser.
    Veröffentlicht
    29. April 2026
    Lesezeit
    3 Minuten
    Rubrik
    Technik

    Mikro- und Nanoplastik sowie PFAS rücken zunehmend in den Fokus von Regulatorik und Qualitätsmanagement. Gemeinsam haben Inex – solutions und die Klar2O eine modulare Filtrationsanlage entwickelt, die Spurenstoffe gezielt aus Trink- und Prozesswasser entfernen soll. Das System kombiniert adsorptive Filtration mit hygienischem Edelstahl-Anlagenbau und ist sowohl für Pilotversuche als auch den stationären Dauerbetrieb ausgelegt.

    Spurenstoffe im Fokus der Industrie

    Steigende Qualitätsanforderungen und verschärfte gesetzliche Vorgaben erhöhen branchenübergreifend den Druck auf Betreiber wasserführender Prozesse. Insbesondere Mikro- und Nanoplastik sowie per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) gelten zunehmend als kritische Verunreinigungen in Trink- und Prozesswasser. Davon betroffen sind unter anderem die Getränke- und Mineralwasserindustrie, Brauereien, Pharma- und Biotechnologie sowie Halbleiterfertigung und Energieanwendungen.

    Vor diesem Hintergrund haben Inex – solutions und Klar2O eine modular aufgebaute Filtrationsanlage entwickelt, die auf die gezielte Entfernung dieser Spurenstoffe ausgelegt ist.

    Pilotanlage für Praxistests vor Ort

    Zum Einstieg steht eine mobile Pilot- und Versuchsanlage zur Verfügung, die auf einem rollbaren Edelstahlrahmen installiert ist. Unternehmen können die Technologie damit zunächst unter realen Betriebsbedingungen testen, bevor sie in eine stationäre Anlage investieren.

    Auf Basis der Pilotierung werden die späteren Filtrationssysteme individuell an Standort, Durchsatz und Prozessanforderungen angepasst. Das modulare Anlagenkonzept ermöglicht laut Anbieter eine wirtschaftliche Skalierung, ohne jedes System vollständig neu auslegen zu müssen.

    „Viele Betreiber möchten neue Filtrationstechnologien zunächst im laufenden Betrieb validieren“, erklärt Michael Hilpp, Repräsentant von Inex – solutions. „Die mobile Pilotanlage schafft dafür eine belastbare Entscheidungsgrundlage.“

    Adsorptive Filtration statt Membrantechnik

    Herzstück der Anlage ist ein von Klar2O entwickeltes Filtermedium auf Silicabead-Basis mit funktionalisierter Oberfläche. Dieses soll selbst kleinste Partikel und Moleküle im Nanobereich adsorptiv binden.

    Nach Unternehmensangaben lassen sich damit mehr als 99 % von Nanoplastik-Partikeln und PFAS-Verbindungen aus dem Wasser entfernen. Im Unterschied zu konventionellen Verfahren arbeitet das System ohne Hochdruck, Membranen oder zusätzliche Chemikalien. Gleichzeitig ist das Adsorptionsmedium regenerierbar und auf einen wirtschaftlichen Dauerbetrieb ausgelegt.

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    „Konventionelle Filtersysteme stoßen bei Nanoplastik und PFAS zunehmend an ihre physikalischen Grenzen“, sagt Fähzan Ahmad, Geschäftsführer von Klar2O.

    Hygienegerechter Anlagenbau für sensible Anwendungen

    Die Filtrationsanlage ist als geschlossenes Edelstahl-System mit Kartuschenmodulen, Verrohrung sowie Mess- und Probenahmestellen ausgeführt. Alle medienberührten Komponenten sind für hygienisch sensible Anwendungen konzipiert und orientieren sich an GMP-nahen Anforderungen sowie Standards der Getränke- und Mineralwasserindustrie.

    Nach Abschluss der Pilotphase kann die Filtration als letzte Reinigungsstufe in bestehende Prozessketten integriert werden – etwa vor Abfüll-, Misch- oder weiteren Verarbeitungsschritten.

    Breites Einsatzspektrum

    Zu den typischen Anwendungen zählen neben Getränke- und Mineralwasserbetrieben auch Brauereien, Sirup- und Getränkegrundstoffhersteller, Pharma- und Biotechnologieproduktionen sowie Halbleiter- und Waferfertigung. Darüber hinaus sehen die Anbieter Potenzial in kommunaler und industrieller Wasserversorgung sowie in Energie- und Wasserstoffprojekten.

    Ein Mineralwasserbetrieb setzt die Technologie laut Unternehmen bereits erfolgreich im laufenden Betrieb ein.

    Nachhaltigkeit im Blick

    Neben der Filtrationsleistung adressiert das Konzept auch ökologische Anforderungen. Der Betrieb erfolgt mit geringem Energieeinsatz, ohne Zusatzchemikalien und mit regenerierbaren Filtermedien. Damit unterstützt die Lösung Unternehmen bei ESG-Zielen wie Ressourceneffizienz und nachhaltiger Produktion.

    Partnerschaft aus Technologie und Anlagenbau

    Während Klar2O die adsorptive Filtrationstechnologie entwickelt und validiert, übernimmt Inex – solutions die Umsetzung im modularen Edelstahl-Anlagenbau. Die Kooperation verbindet damit Verfahrenstechnik und hygienegerechten Anlagenbau zu einer industrietauglichen Lösung für die Entfernung von Mikro- und Nanoplastik sowie PFAS aus Trink- und Prozesswasser. (br)

    Inex – solutions GmbH, Bretten

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