Dipl.-Ing. Hans-Joachim Gaede
Vor dem Hintergrund der konkreten Produktionsabläufe stellte das Milch-werk folgende Anforderungen an die Förderanlage: Bei einer Förderstrecke von maximal 25 m sollen die Anlagen eine Leistung von bis zu 3,0 t/h haben. Die hygienisch konzipierten und wartungfreundlichen Förderanlagen dürfen die Mikrostruktur des Instantprodukts nicht zerstören. Gefordert ist also eine schonende Produktförderung, die zudem den Vorteil hat, dass kein Feinstaub durch Abrieb entsteht. Die produktberührten Oberflächen müssen so gestaltet sein, dass es zu keiner Produktanhaftung kommt. Letztere könnte durch den hohen Fettgehalt des Produktes auftreten. Weitere Forderungen des Anwenders waren:
• hohe Zuverlässigkeit, um Produktionsausfälle zu minimieren
• einfache Montage
• problemloses Umsetzen der Anlage bei sich ändernden Produktionsbedingungen
Diese anspruchvolle Förderaufgabe ist mit Schne-ckenförderern oder Pendelbecherwerken nicht zu erfüllen. Gleiches gilt für pneumatische Druckförderanlagen. Aufgrund ihrer hohen Fördergeschwindigkeit könnte es zu einer Beschädigungen der Mikrostruktur des Produktes kommen. Deshalb entschieden sich die Verantwortlichen im Milchwerk für den Einsatz von Piab-Vakuumförderern. Im Wesentlichen sind diese Anlagen aus drei Hauptkomponenten aufgebaut:
• Vakuumerzeugung und Abscheidebe-hälter
• Ansaugadapter
• Förderleitungen
Die druckluftbetriebene Vakuumpumpe arbeitet nach dem Mehrstufenejektor-Prinzip, d.h. das Vakuum wird durch Ausströmen von Druckluft aus einem Düsensystem erzeugt. Das Düsensystem gewährleistet einen sehr hohen Wirkungsgrad der Anlage und ein Vakuumniveau von maximal 100 mbar absolut. So sind bereits durch das Funktionsprinzip Verstopfungen in der Förderleitung nahezu ausgeschlossen. Da in der Vakuumpumpe keine mechanisch bewegten Teile vorhanden sind, arbeitet sie wartungsfrei. Ölemissionen, und damit verbundene Produktverunreinigungen, sind ausgeschlossen.
Die Vakuumpumpe ist direkt auf dem Abscheidebehälter aus poliertem Edelstahl montiert. Sein Auffangvolumen lässt sich optimal an unterschiedliche Produkt-eigenschaften und -mengen anpassen. Ein Schnellverschlusssystem gestattet die Zerlegung der Anlage ohne den Einsatz besonderer Werkzeuge. Auf diese Weise ist eine schnelle und problemlose Anlagenreinigung möglich. Ein tangentialer Produkteintritt verhindert eine Beschädigung des mechanisch empfindlichen Instant-Milchpulvers.




