Softwarelösungen von Bentley für die Entwurfsintegration und Zusammenarbeit sichern die Datenintegrität und beschleunigen den Informationsaustausch für nachhaltige Anlagenprojekte. Mit ihrer Hilfe konnte GEA Process Engineering zwei anspruchsvoll ausgelegte Milchverarbeitungsanlagen für das Molkereiunternehmen Fonterra in Neuseeland schnell und termingerecht planen und bauen.
Die beiden Projekte an den Standorten Pahiatua und Lichfield beinhalteten besondere Herausforderungen und setzten gemeinsame Bemühungen um Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Planungs- und Bauunternehmen voraus. Das Ziel war, energieeffiziente und nachhaltige Anlagen in engen Zeit- und Budgetrahmen zu realisieren. Da die Anlage in Pahiatua in einer der erdbebengefährdetsten Regionen Neuseelands gebaut werden sollte, legte GEA die Milchverarbeitungsanlage entsprechend aus. Für die 100 Mio. NZD teure Anlage, die jährlich 55 000 t Milchpulver produzieren sollte, wurden über 20 000 t Beton, Stahlbetonwände und Pfeiler verbaut. Sie umfasst einen Sprühtrockner mit einer Kapazität von 15 t/h sowie einen 40 m hohen Trocknungsturm. Eine ähnliche Herausforderung stellte die Vollmilchpulveranlage in Lichfield dar. Die 200 t schwere Trocknungskammer mit 18 m Durchmesser musste bei der Montage 34 m hoch über das Dach des Gebäudes gehoben werden.
Optimierte Planungsintegrität
„Die Anlage in Pahiatua zeichnete sich durch ihre einfache Konstruktionsweise aus – mit Ausnahme der Basisisolierung, die einige technische Herausforderungen stellte“, kommentierte GEA-Projektmanager Gary Reynolds. Angesichts der Unzulänglichkeit traditioneller Planungsmethoden bei hoher äußerer Beanspruchung untersuchte GEA neue Verfahren, um den ersten erdbebensicheren basisisolierten Trocknungsturm der Welt zu konstruieren. Dabei wurde nur das Hauptgebäude basisisoliert, die Nebenanlagen nicht. Diese zusätzliche Vorgabe, kombiniert mit der kurzen zweijährigen Frist für Planung, Bau und Inbetriebnahme, erforderte eine exakte Konstruktion, um den Projektzeitplan einzuhalten.
GEA setzte die Software Autopipe ein, um ein seismisches Isolationssystem an allen Versorgungsleitungen anzubringen, sodass die Leitungen genügend Spielraum haben bei einer ausreichend stabilen Tragkonstruktion. Dieser Entwurf ermöglichte die sichere Versorgung mit Wasser, Chemikalien und Hochdruckdampf bei einem Bewegungsfreiraum von 900 mm in allen tangentialen Richtungen, um im Fall eines Erdbebens strukturelle Stabilität zu gewährleisten. GEA untersuchte mit Autopipe verschiedene Belastungsszenarien, um die Planungsintegrität der gefährdeten Rohrleitungen zwischen dem basisisolierten Hauptgebäude und den nicht isolierten Nebengebäuden zu belegen und alle Planungsvorschriften einzuhalten. Die gesamte Anlage wurde auf einem Basisisolationssystem mit reibungsarmer Pendellagerung, bestehend aus 50 dreireihigen Pendellagerungen, gebaut, um einer Erdbebensituation der Wahrscheinlichkeit 1/2500 ohne Verlust der strukturellen Integrität standzuhalten.




