Die Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG in Piding waren immer Pioniere. Sie verarbeiteten als erste Molkerei in Bayern Bio-Milch und untersagten ihren Lieferanten bereits 2010 den Einsatz von gentechnikhaltigem Futter. Damit beim Fruchtjoghurt der Becher, die Sorte und Platine zusammenpassen, setzt die Molkerei ein kombiniertes kamerabasiertes Kontrollsystem ein.
Das Fruchtjoghurtsortiment der Milchwerke Berchtesgadener Land umfasst acht konventionelle und acht Bio-Fruchtjoghurtsorten im 150-g-Becher. Auf der Abfülllinie werden immer vier Fruchtsorten gleichzeitig befüllt und jeweils zwei Trays nebeneinander bestückt. Das sind bei 45 Takten und acht Bechern bis zu 360 Becher pro Minute und bis zu 21 000 Becher pro Stunde – zuviel für eine manuelle Kontrolle. „Es muss zu 100 % sichergestellt sein, dass beispielsweise Erdbeerjoghurt in den Erdbeerbecher kommt und mit der korrekten Platine verschlossen wird“, erklärt Florian Lexhaller, technischer Leiter der Milchwerke Berchtesgadener Land. Dabei geht es nicht nur darum, zu verhindern, dass eine falsche Sorte im Becher ist. Eine Rolle spielt auch, dass einzelne Fruchtmischungen Zutaten enthalten, auf die Allergiker reagieren können, zum Beispiel Haselnüsse. Martin Hirschhalmer, Abteilungsleiter Sauermilcherzeugung: „Wir stellen fünf- bis sechs mal am Tag die vier Sorten um, die hier abgefüllt werden. Bei der Geschwindigkeit der Maschine kann natürlich kein Mitarbeiter mehr mit dem Auge kontrollieren, ob wirklich alles passt. Zum einen könnten sich in den von den Verpackungslieferanten erhaltenen Becherstapeln falsche Becher befinden. Und zum anderen können den Maschinenbedienern in der täglichen Routine Fehler passieren. Damit wir das bei den fertigen Joghurts mit Sicherheit ausschließen können, haben wir eine absolut zuverlässige Inspektionsmaschine gesucht und bei BBull gefunden.“
Eine Kamera für vier Becherstapel
Die Becher werden am Ende der Produktionsmaschine stapelweise in Halbrohre gelegt und die Platinen in der Mitte der Maschine mit dem Kopf nach unten in Magazinen eingefüllt. Das kamerabasierte Kontrollsystem Tray Inspektion von BBull Technology erkennt auch kleinste Abweichungen sicher und schleust die fehlerhaften Trays aus. Dazu wurden bei den Bechern zwei Hochleistungskameras installiert, jede überwacht vier Becherstapel. Die Kameras überprüfen eine spezielle Markierung auf jedem Becher. Erkennt das System einen oder mehrere falsche Becher im Stapel, hält die Maschine sofort an und der Fehler wird auf dem großen Farbdisplay angezeigt, bevor der falsche Becher überhaupt befüllt wurde.
Sollte hingegen beim Einlegen der Platinen ein Fehler passieren, also beispielsweise Platinen für Erdbeerjoghurt im Schacht für Himbeerjoghurt liegen, sieht das der Bediener nach dem Einlegen nicht mehr, weil die Platinen mit dem Kopf nach unten im Magazin stecken. Um einen solchen Fehler zu entdecken, hat BBull drei weitere hochauflösende Farbkameras installiert. Beleuchtet von speziellen LED-Blitzen wird jedes einzelne Tray gestochen scharf aufgenommen. Gemeinsam mit einem leistungsstarken PC wird so jeder einzelne Joghurtbecher im Tray kontrolliert. Dabei lässt sich erkennen, ob überhaupt eine Platine auf jedem Becher sitzt, ob die Platine zur abgefüllten Sorte passt und ob sie sauber aufgebracht wurde. Wichtig war der Molkerei außerdem, dass das System das von einem Tintenstrahldrucker aufgebrachte Mindesthaltbarkeitsdatum überprüft. Die Kameras kontrollieren nicht nur, ob das Mindesthaltbarkeitsdatum vorhanden ist, sondern auch, ob es komplett, gut lesbar und inhaltlich korrekt ist.




