Die Ludwig Schokolade GmbH & Co. KG ist ein erfolgreicher Hersteller von Süßwaren in Europa. Das Sortiment des Unternehmens umfasst Tafelschokoladen, Pralinen, Riegel und Kaustreifen. Diese Produkte werden nach höchsten Qualitäts- und Fertigungsstandards an den vier Produktionsstandorten Saarlouis, Saarwellingen sowie Tuczno und Skoczów in Polen hergestellt. Die Süßwaren kommen in mehr als 70 Ländern auf fünf Kontinenten in den Handel.
Um seinen hohen Energiebedarf künftig zu einem Teil selbst decken zu können, hat sich Ludwig Schokolade am Standort Saarlouis für die Installation eines Blockheizkraftwerks entschieden. Zusätzlich wurde auch die Dampfkesselanlage erneuert. Mit diesem Großprojekt steigerte der Schokoladenproduzent die Energieeffizenz seiner Produktion.
Die Herstellung von Schokolade ist sehr energieintensiv. Die meiste Prozessenergie wird für die Erzeugung von Wärme und Kälte benötigt. Die einzelnen Produktionsschritte von den Rohstoffen zur fertigen Schokolade sind in erheblichem Maße temperaturabhängig.
Zunächst wird die Grundmasse erwärmt, vermahlen und zerrieben. Das sogenannte Conchieren, das mehrere Stunden dauern kann, verleiht der Schokolade ihre charakteristische Konsistenz und beeinflusst auch ihren Geschmack und Geruch. Danach wird die nun dünnflüssige Schokolade abgekühlt und in temperierte Formen gegossen. Schließlich muss die Schokolade so weit heruntergekühlt werden, dass sie erstarrt und anschließend verpackt werden kann.
Die Wärme wird dem Prozess durch Wasserdampf oder Warmwasser zugeführt. Dampfkessel die mit Erdgas befeuert werden und Brennwertkessel stellen dazu die notwendige Energie bereit. Zur Erzeugung der Kälte wird elektrische Energie benötigt, um die Kältemaschine zu betreiben und Kaltwasser zu erzeugen. Der Strom dafür kommt vom Energieversorger. Um die Energie aus dem Primärenergieträger Erdgas künftig effizienter zu nutzen und den hohen Wärme- und Strombedarf zu einem Teil selbst decken zu können, entschied sich Ludwig dazu, die Wärme- und Stromerzeugung direkt vor Ort zu koppeln. Umgesetzt wurde dies durch ein wärmegeführtes Blockheizkraftwerk. Dieses richtet seinen Betrieb nach dem aktuellen Wärmebedarf aus.
Durch das Auskoppeln der Abgas- und Kühlwasserwärme ergibt sich bei dem Kraftwerk ein Wirkungsgrad von bis zu 90 % der eingesetzten Primärenergie. Zwar kann Wärme mit einem Brennwert- oder Dampfkessel noch effizienter erzeugt werden, dafür aber keine elektrische Energie liefern. Das hier eingesetzte gasbetriebene Blockheizkraftwerk der Firma MTU Onsite Energy erzielt einen elektrischen Wirkungsgrad von ca. 41 % und einen thermischen Wirkungsgrad von ca. 48 %.
Bevor das neue Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen werden konnte, waren einige Vorarbeiten notwendig. Zunächst wurde die gesamte Dampfkesselanlage erneuert. Und das, im laufenden Betrieb, ohne dass die Energieversorgung für die Produktion unterbrochen werden musste. Ludwig Schokolade konnte nämlich zu keiner Zeit auf die Dampferzeugung verzichten. Dies erforderte von Herbert eine genaue Terminplanung aller Schritte und eine gute Koordination mit dem Kunden.




