Abb. 1 Strukturformeln verschiedener natürlicher roter Farbstoffe: Die unterschiedlichen Strukturen lassen die verschiedenen Rotnuancen entstehen und sind für die spezifischen technologischen Eigenschaften der Farbstoffe verantwortlich
Abb. 2 Aroniafrüchte am Zweig
Abb. 3 Verschiedene Getränke mit intensiv roter Farbe, die Aronia enthalten
Der Produktname Color-Tech steht für ein breites Spektrum an färbenden Frucht- und Pflanzenextrakten und natürlichen Farbstoffen, die sich durch eine standardisierte Qualität, hohe Farbintensität und Stabilität auszeichnen. Durch die Auswahl passender Rohstoffe wird die Rot-Färbung unter verschiedenen technologischen Anforderungen ermöglicht.
Ob ein Lebensmittel gekauft wird oder nicht, hängt auch von der Farbgebung ab. Der Konsument verbindet mit schmackhaften Lebensmitteln ein charakteristisches Erscheinungsbild, das durch persönliche Erfahrung, Alter und kulturellen Hintergrund geprägt wurde. Erfolgreich sind diejenigen Produkte, die den Erwartungen ihrer Zielgruppe am nächsten kommen. Während die Farbgebung beim Erstkauf sicherlich entscheidend zum Verkaufserfolg eines Produktes beiträgt, wird beim Wiederkauf die Erinnerung an das letzte Geschmackserlebnis den optischen Eindruck relativieren.
Wie bei den Aromen verstärkt sich auch bei den Lebensmittelfarben der Trend zur Natürlichkeit. Die Akzeptanz der Farbstoffe aus Früchten oder Gemüsen wie Beeren, Trauben, Paprika oder Roter Bete ist bei den meisten Konsumenten hoch. Zum Einen werden natürliche Farben als authentischer und daher qualitativ höherwertig empfunden, zum Anderen verbindet der Verbraucher damit, „keine Chemie“ zu essen. Gerade die vollen, warmen Töne natürlicher Farben sind für den authentischen Farbeindruck des Lebensmittels wichtig. Im Vergleich wirken synthetische Farben oft kalt und unnatürlich.
Natürliche Lebensmittelfarben finden in allen Produkten der Lebensmittelindustrie Anwendung: vor allem in Süßwaren wie Gummibären, Hartkaramellen oder Geleeartikeln, in alkoholfreien und alkoholischen Getränken, Molkereiprodukten, Desserts, Fruchtzubereitungen, Cerealien, Snacks und in Backwaren.
Entscheidend ist, das richtige Farbprodukt zu finden, denn je nach Lebensmittel und Verarbeitungstechnologie werden sehr unterschiedliche Anforderungen an die Farbe gestellt. Zunächst ist die rechtliche Situation zu berücksichtigen. Grundsätzlich wird die Verwendung natürlicher Farben durch die EU-Farbrichtlinie 94/36 geregelt. Wichtig ist vor allem die Unterscheidung zwischen färbendem Lebensmittel und natürlicher Farbe, die durch selektive Extraktion der Pigmente aus dem Lebensmittel erhalten wird. Natürliche Farbstoffe sind mit E-Nummern zu deklarieren und die Einschränkungen bei der Verwendung in speziellen Lebensmitteln sind zu beachten. Im Gegensatz dazu sind färbende Lebensmittel oder färbende Auszüge aus Früchten und Pflanzen universeller einsetzbar. Technologische Anforderungen werden durch die Löslichkeit der Farbe, seine Stabilität und Resistenz gegenüber der Einwirkung von Sauerstoff, Hitze, Licht und Säure bestimmt.




