Ing. Henk B. Pouwel
Die Wärmebehandlung von Lebensmitteln mit Dampf ist nicht nur unter energetischen und ökologischen Gesichtspunkten sinnvoll. Auch hinsichtlich der Qualität der behandelten Produkte weist sie signifikante Vorteile auf. Der Geschmack der Lebensmittel bleibt in vollem Umfang erhalten, da es zu keiner Auslaugung kommt. Letztere ist bei der Zubereitung mit Heißwasser nur schwer zu vermeiden. Darüber hinaus gibt es keine Verformungen und farblichen Veränderungen.
Snacks, Gemüse sowie Fleisch- und Fischprodukte können mit dem Dampfblancheur blanchiert und gekocht werden (Abb. 1). Die Produkte werden in einer dünnen Schicht auf ein Förderband gelegt. Letzteres transportiert sie in die eigentliche Anlage. Das Blanchieren erfolgt mit gesättigtem Dampf, der an der Ober- und Unterseite des Blancheurs injiziert wird. Die Dampfhaube befindet sich genau über dem Produkt und steht in einer Wassersperre. Diese Anordnung gewährleistet, dass der Dampf turbulent durch den Tunnel strömt und die Luft komplett verdrängt. Das Ergebnis: Innerhalb kürzester Zeit können die Lebensmittel auf die gewünschte Kerntemperatur gebracht werden. Am Ende des Blancheurs übernehmen spezielle Austragseinrichtungen den Abtransport der gegarten Lebensmittel.
Die Ausführung des Förderbandes hängt vom konkreten Anwendungsfall ab. Möglich sind beispielsweise teflonbeschichtete Keflarbänder, Gaze- oder Edelstahlbänder. Die Bandbreite variiert zwischen 800 und 1500 mm, die Bandlänge reicht von 7000 bis 22 500 mm. Die maximale Leistung des Blancheurs beträgt 13 t/h. Sie hängt aber in gewissen Grenzen vom zu verarbeitenden Produkt ab.
Mit der hydrostatischen Blanchieranlage können verschiedene Obst- und Gemüsesorten sehr effizient blanchiert oder gekocht werden (Abb. 2). Über eine rotierende Schleuse gelangen die Produkte auf das Förderband der Blanchieranlage. Das Förderband wird an seiner Oberseite mit einer elektrisch betätigten Haube verschlossen, die in einer Wassersperre steht. Eine zweite rotierende Schleuse übernimmt den Austrag der gegarten Produkte.
Bei der hydrostatischen Blanchieranlage handelt es sich um ein geschlossenes Sys-tem, das mit leichtem Überdruck arbeitet. Die Wärmebehandlung erfolgt mit gesättigtem Dampf. Er gelangt über die Ober- und Unterseite des Blancheurs in die Anlage. Der leichte Überdruck in der Anlage reduziert zum einen die Prozesszeiten. Zum anderen können die Anlagen kürzer gebaut werden. Sie sind dadurch auch in kleineren Produktionsräumen einsetzbar.
Ein besonderes Merkmal des hydrostatischen Bandblancheurs ist das Heat-Hold-System: Auf dem ersten Band befindet sich eine dünne Produktschicht. Innerhalb der Anlage erfolgt die Übergabe der Produkte auf ein zweites Band. Dadurch kommt es zu einer Vermischung der Produkte und zu einer gleichmäßigen Wärmeverteilung. Außerdem kann das zweite Band langsamer laufen, so dass auch in dickeren Schichten die Produkte zuverlässig nachgegart werden können. Bandbreite und -länge sowie Leistung der Anlage entsprechen denen des Dampfblancheurs.




