„Herr Schubert, Sie haben uns mehr geliefert als eine Maschine“, lautete das Fazit von Oscar A. Kambly anlässlich eines Besuchs von Gerhard Schubert in der Schweizer Kambly-Zentrale in Trubschachen. Doch wie werden die insgesamt sieben verschiedenen Sortimentpackungen aus nicht weniger als 21 unterschiedlichen Gebäck-sorten hergestellt?
Eines sei vorweg genommen: Für den Verpackungsprozess wäre es am einfachsten, wenn alle Gebäckstücke einer Sortimentpackung gleichzeitig produziert werden könnten. Doch das geht nicht, lautet die einhellige Meinung unter den Herstellern hochwertiger Feinbackwaren. Zu hoch sind die Kosten der Produktionsanlagen, so dass die an verschiedenen Tagen produzierten Gebäckstücke zwischengespeichert werden müssen.
Drei Methoden der Zwischenspeicherung bieten sich an. Erstens: Die Feinbackwaren werden in großen Speicherbehältnern aufgenommen und aus diesen heraus die Sortimente gepackt. Zweitens: Kleine Sortentrays werden gepackt, aus denen dann die Sortimente zusammengestellt werden. So findet der Konsument dann in einer Sortimentspackung viele kleine Sortentrays vor. Und Drittens: Die Methode Kambly. Hier werden die Gebäckstücke zunächst in Unitrays gepackt, die ohnehin produziert und nachgefragt werden. Der Anteil an der Produktionsmenge, der für die Sortimentpackungen benötigt wird, kommt in einem Sortimentenlager in den Unitrays zur Zwischenspeicherung. Später werden die Gebäckstücke daraus ausgepackt und dem neuen Verpackungsprozess zugeführt.
Bei Kambly übernimmt seit Juni 2005 eine TLM-F44-Pickeranlage von Gerhard Schubert diese Aufgaben. Das heißt, Verpackungsroboter erledigen dazu das Auspacken und gleich im Anschluss daran wieder das Einpacken in neuer Zusammenstellung. Die Konstellation der Verpackungsroboter sieht dazu folgendermaßen aus: Die leeren Sortimenttrays werden von einem Trayentstapler TLM-F2 aus dem Stapel entnommen, um 100° geschwenkt und in eine Transportkette eingesetzt. Letztere fördert die Trays zum Befüllen durch die Maschinenanlage. Quer zur Transportkette sind insgesamt fünf F44-Roboterzellen angeordnet, die jeweils über zwei Zuführbänder verfügen. Hier werden die Unitrays sortenrein pro Band manuell aufgelegt. Somit lassen sich bis zu zehn verschiedene Gebäcktypen in einer Sortimentpackung miteinander kombinieren.
Zum Entladen werden die Kekse lagenweise aus den Unitrays per Vakuumsauger entnommen, bis diese leer sind. Die Trays selbst werden von unten per Vakuum fixiert und nach dem Entladen über ein zentrales Abtransportband gesammelt und via einer Shredderanlage dem Recycling zugeführt. Jeder Biskuit durchläuft auf einem Förderband den Schubert-Auflichtscanner, der als optisches Erkennungssystem eine Qualitätskontrolle durchführt: Neben Oberfläche in Quadratmillimeter, Geometrie und Orientierung können Risse, Farben oder Flecken erkannt werden. Auf diese Weise werden alle notwendigen Parameter ermittelt, so dass der Roboter anschließend das Gebäckstück an vorgesehener Stelle im Sortimenttray platzieren kann. Diese Vorgehensweise ist an allen fünf F44-Roboterzellen identisch.




