Sharon Nowak
Die Produktion von Frühstückscerealien erfolgt in zwei Prozessstufen. In einem ersten Schritt werden die Zutaten für das Basisprodukt gemischt und extrudiert. Bei Bedarf können diese Extrudate anschließend in einer Sprühtrommel mit einem Überzug versehen werden. Danach werden diese Flocken, Flakes etc. mit zusätzlichen Beigaben wie Rosinen, Nüssen und getrockneten Früchten vermengt. Bei beiden Prozesstufen ist die Verwendung von hochpräzisen, gravimetrischen Dosiergeräten Voraussetzung für Kosteneffizienz und konstante Qualität des Endprodukts.
Typischerweise werden im Herstellungsprozess Ein- oder Zweiwellenextruder eingesetzt. Mit diesen Extrudern werden Flocken, Flakes oder Ricecrisps hergestellt und geformt. Der Dosierprozess vor der Extrusion kann kontinuierlich oder diskontinuierlich erfolgen. Beim diskontinuierlichen Chargenverfahren (Batchverfahren) beinhaltet die Charge alle vorgemischten Trockenkomponenten. Diese werden dem Extruder kontinuierlich zugeführt. Beim kontinuierlichen Dosierprozess werden alle Komponenten einzeln verwogen und gleichzeitig dem Extruder zugeführt. Dieses Verfahren eliminiert den Zwischenschritt der Chargenherstellung.
Weisen die verwendeten Zutaten für das zu extrudierende Basisprodukt nur sehr kleine Unterschiede in Bezug auf Größe, Form und Schüttgewicht auf, so ist das Risiko einer Entmischung dieser Komponenten sehr klein und der Batchprozess eine überlegenswerte Option. Die Zutaten werden individuell dem Rohmateriallager entnommen und pneumatisch oder mechanisch der Verarbeitung zugeführt. Die nächste Stufe des Verarbeitungsprozesses besteht in der exakten Dosierung der verwendeten Zutaten in einen Chargenmischer. Diese kann nach dem Prinzip des zunehmenden Gewichtes, Gain-in-Weight, oder des abnehmenden Gewichtes, Loss-in-Weight, auch Differentialdosierung genannt, erfolgen.
Beim klassischen Gain-in-Weight-Verfahren ist jeder zu dosierenden Komponente ein volumetrisches Dosiergerät zugeordnet. Der gemeinsame Auffangbehälter ist mit einem Gewichtserfassungssystem versehen und wird vor jeder Charge tariert. Jede Komponente wird sequenziell in den Auffangbehälter eindosiert und verwogen. Sind alle Komponenten gemäß Rezeptur verwogen, wird der Behälter in einen Chargenmischer entleert und zu einer homogenen Mischung verarbeitet. Der Vorteil dieses Verfahrens sind niedrigere Investitionskosten, speziell wenn mehrere Komponenten für die Herstellung der Basismischung benötigt werden. Nachteilig wirkt sich dieses Verfahren auf die Batchzeit aus, da alle Ingredienzen nacheinander verwogen werden müssen. Speziell bei großvolumigen Behältern mit entsprechend großen Gewichtssensoren nimmt die Empfindlichkeit des Messsystems infolge kleinerer Auflösung des Wiegebereiches ab. Dies führt bei kleineren Teilmengen zu entsprechenden Genauigkeitseinbußen.




