Martin Sittig
Als ob die Verantwortlichen von der Ackerbau GbR geahnt hätten, dass der Sommer 2003 mit Dauerhitzerekorden aufwarten und die Arbeit im Silo damit noch belastender als sonst werden würde, haben sie das Projekt zur Automatisierung des Schüttguteintrages gestartet. Gesucht wurde eine Lösung, mit der das Brotgetreide der ankommenden LKW nach der Entleerung in einen Großtrichter direkt in die beiden etwa 960 m³ fassenden Lagersilos transportiert und gleichmäßig eingebracht werden kann. „Die Aufgabe in jedem Silo bestand darin, den Längsförderer entsprechend des Füllniveaus im Silo zu verfahren und gleichzeitig den Querförderer entsprechend nachzuführen“, erläutert Rudolf Köüüchen von dem mit der Lösung beauftragten Wurzener Unternehmen Köüüchen Elektro. „Nach ersten Tests vor Ort haben wir uns für den Einsatz von Ultraschallsensoren entschieden, weil sie sich als weitgehend unempfindlich gegenüber den vorherrschenden Umgebungsbedingungen erwiesen haben.“
Ultraschallsensoren arbeiten berührungslos durch Aussenden eines Ultraschallimpulses, wobei anschließend die Impulslaufzeit ausgewertet wird. Objektoberflächen und deren Remissionseigenschaften beeinflussen die Erfassung ebenso wenig wie Nebel oder Dampf im Erfassungsbereich. Hintergründe des Messfeldes können zuverlässig ausgeblendet werden. Temperaturschwankungen, die die Laufzeit beeinflussen, werden automatisch kompensiert und haben keine Auswirkungen auf die Detektionssicherheit und Messgenauigkeit. Insgesamt bieten Ultraschallsensoren dadurch geringe Toleranzen bei hoher Reproduzierbarkeit. Je nach Variante, geben sie entweder binäre Abstandsinformationen über einen oder zwei Schaltausgänge oder über einen Ana- logausgang eine abstandsproportionale Information aus. Die Erfassung von Schüttgütern – auch bei rauen Umgebungsbedingungen – ist einer der wichtigsten Einsatzbereiche.
Die Befüllung der Silos erfolgt über Längs- und Querförderer. Damit der Schüttguteintrag gleichmäßig über die Grundfläche verteilt werden kann, müssen das Getreideniveau erfasst und die beiden Förderer entsprechend verfahren werden. Hierzu wird ein Ultraschallsensor der Baureihe UM30-15113 mit einer Ultraschallfrequenz von 80 kHz, einer Tastweite zwischen 800 und 6000 mm sowie einem 4…20-mA-Analogausgang eingesetzt. Der Sensor ist an einem Ausleger des Querförderers installiert und erfasst den Abstand zur Getreideoberfläche. Die Messung erfolgt diskontinuierlich in den Schüttpausen, da das geschüttete Getreide Luftverwirbelungen und kompakte Staubwolken erzeugt, die die Messwerte beeinflussen können. „Dank Schutzart IP 65 und einem Betriebstemperaturbereich bis +70 °C verkraften die Sensoren selbst den Schmutz und die hohen Temperaturen im Silo problemlos“, fasst Köüüchen die positiven Einsatzerfahrungen zusammen.




