Stefan Siebrecht
2005 wurde durch die Initiative von DSM ein wissenschaftlicher Ausschuss für Sportgetränke eingerichtet, um anhand der aktuellen Datenlage herauszufinden, welches die optimale Rezeptur für Sportgetränke ist. Dies kann Herstellern bei der Entwicklung von Sportgetränken sowie anderer Ernährungsprodukte helfen. Die Mitglieder dieses Ausschusses trafen sich während der Olympischen Winterspiele in Turin, um über die optimale Zusammensetzung von Sportgetränken zu diskutieren. Unstrittig war der Zusatz von Kohlenhydraten und Mineralien. Kohlenhydrate dienen der Energiezufuhr während ausdauernder Belastungen, Mineralien helfen bei der Wasserabsorption und der Rehydrierung. Neu war jedoch, dass alle Mitglieder übereinstimmten, dass auch die Zufuhr von Eiweiß zu kohlenhydrathaltigen Sportgetränken Leistungsvorzüge bringen kann. Studien zeigen, dass die Zufuhr einer geringen Menge Eiweiß von 5 bis 10 g pro 500 ml während einer Ausdauerbelastung die Leistung steigern kann, und zwar als Folge einer reduzierten Muskelschädigung, die es dem Sportler erlaubt, länger und härtere Leistung zu erbringen. Das Eiweiß scheint auf eine noch unbekannte Weise die Muskulatur während der Belastung zu schützen. Dadurch verkürzt sich auch die Erholungszeit, da einerseits der Körper weniger Schäden reparieren muss und andererseits dem Körper nach der Belastung die notwendigen Aminosäuren für die Reparatur der beschädigten Muskulatur sofort zur Verfügung stehen.
Früher konnten die Proteinhydrolysate aufgrund ihres schlechten Geschmacks und ihrer Textur in Sportgetränken nicht eingesetzt werden. Inzwischen sind Peptide wie PeptoPro von DSM Food Specialties erhältlich, die zudem keine Trübung bewirken und über den pH-Bereich von 1 bis 7 stabile Lösungen bilden. DSM hat für die Proteinhydrolysate PeptoPro ein Studienprogramm initiert. Zurzeit laufen weltweit 17 Studien gleichzeitig.
PeptoPro enthält zu 80 % Protein in einer vorverdauten Form. PeptoPro Casein, das auf einem Milchprotein basiert, welches nachweislich die Erholungsphase nach intensiver sportlicher Anstrengung verkürzt, wird unter Verwendung eines Enzyms in Peptide hydrolysiert. Aufgrund seines hohen Gehalts an löslichen Di- und Tri-Peptiden, gelangt PeptoPro schneller in den Blutkreislauf und muss nicht gespalten werden, um vom Körper vollständig absorbiert zu werden. Das bedeutet, dass die Aminosäuren dem Körper erheblich schneller zur Verfügung stehen als herkömmliche Proteinquellen.
PeptoPro wurde bisher in mehreren Studien untersucht, unter anderem am Olympiastützpunkt Rhein-Ruhr-Essen und der Abteilung für Bewegungswissenschaften an der Universität Maastricht. Die erste Studie von Dr. D. Alf (OSP Essen) war darauf ausgelegt, die Auswirkungen eines PeptoPro-Drinks auf sportliche Leistungen zu beobachten und zu messen. Dieses im Handel erhältliche Sportgetränk enthält eine Mischung von Kohlenhydraten und PeptoPro und wurde im Vergleich zu einem herkömmlichen Sportgetränk getestet, das nur Kohlenhydrate enthielt. Getestet wurden 50 Athleten (26 Männer und 24 Frauen) im Alter von 17 bis 39 Jahren. Die Testpersonen nehmen an Wettkämpfen auf höchster Ebene in den verschiedensten Sportarten teil: Leichtathletik (11), Tennis (10), Schwimmen (10), Rudern (10), Hockey (4) und Badminton (4). 24 h vor Beginn der Studie setzten die Sportler und Sportlerinnen mit ihrem harten Training aus. Während der Nacht nahmen sie nichts zu sich und führten dann ein Übungsprotokoll durch, bis eine Blutlaktatkonzentration von 4 mmol/l erreicht war. Sobald die Übung beendet war (t = 0 min), begannen die Athleten eine vierstündige Erholungsphase und blieben während dieser Zeit in der Rückenlage. Während der Erholungsphase trank jeder Athlet in regelmäßigen Abständen (t = 0, t = 30, t = 60 und t = 120 min) je einen Drink à 330 ml des kombinierten Protein-Kohlenhydratprodukts (CHO+PRO) oder die gleiche Menge eines Kohlenhydratgetränks (CHO). Jede Dosis enthielt 8,2 g CHO pro 100 ml. Der Protein-Kohlenhydratdrink enthielt zusätzlich 4,2 g leicht absorbierbares Protein (PeptoPro). Am Ende der Erholungsphase wurden alle Athleten einem zweiten, harten körperlichen Übungsprotokoll unterzogen. Der Test wurde nach einer Woche wiederholt; alle Getränke wurden entsprechend einer doppelblinden Methodik angeboten und getrunken. Die Studie entsprach damit in ihrer Methodik früheren Studien, die durchgeführt wurden, um die Steigerung der Leistung durch Kohlenhydrate erfolgreich zu belegen.




