In der Lebensmittelindustrie müssen Autoklaven, Filter und andere Komponenten schnell und zuverlässig desinfiziert werden. Neben der thermischen hat sich dafür vor allem die chemische Desinfektion mit Natriumhypochlorit oder Wasserstoffperoxid etabliert. Bürkert hat für die Entkeimung mit Wasserstoffperoxid ein modulares Desinfektionssystem entwickelt, mit dem sich Zeit und Energie sparen lassen.
Dass sterile Bedingungen bei der Produktion von Medikamenten erforderlich sind, ist bekannt. Doch auch viele Verfahren in der Lebensmittel- und Verpackungstechnik sind auf Keimfreiheit angewiesen. In der Getränkeproduktion müssen beispielsweise Tanks und PE-Verschlüsse für Flaschen desinfiziert werden. Da empfindliche Stoffe nicht erhitzt werden dürfen und die Erwärmung Zeit und Energie kostet, hat sich die chemische Desinfektion mit Natriumhypochlorit-Lösung oder Wasserstoffperoxid als praxisgerechtes Verfahren etabliert. Für die Entkeimung mit Wasserstoffperoxid hat Bürkert ein modulares Desinfektionssystem entwickelt, das sich über weite Bereiche einstellen und durch austauschbare Komponenten an wechselnde Bedingungen anpassen lässt.
Wasserstoffperoxid statt Chlorchemie
Die chemische Desinfektion beruht auf der Zerstörung organischer Strukturen, um Bioorganismen abzutöten. Bei Verfahren mit Natriumhypochlorit und Wasserstoffperoxid geschieht dies über eine Oxidation empfindlicher Moleküle. Beide Stoffe lassen sich als verdünnte, wässrige Lösung transportieren und lagern. Die leicht handhabbare Natriumhypochlorit-Lösung ist zum Beispiel der reaktive Bestandteil vieler Haushaltsreiniger. Bei der Hypochlorit-Desinfektion können aber unerwünschte chlororganische Moleküle als Abbauprodukte entstehen, die z. B. bei Wein zu Korkgeschmack durch gebleichte Korken führen. Daher geht der Trend weg von der Chlorchemie hin zu umweltfreundlicheren und hygienisch besseren Lösungen. Wasserstoffperoxid wird hier zum Mittel der Wahl, denn es zerfällt bei der Desinfektion in Wasser und hochreaktiven Sauerstoff. Der Sauerstoff oxidiert die organischen Komponenten ohne Geruchs- oder Geschmacksbeeinträchtigungen. Für eine intensive und lückenlose Desinfektion müssen beide Stoffe möglichst fein verteilt sein, am besten als Dampf. Wasserstoffperoxiddampf wirkt besonders stark ätzend und zytotoxisch sowie durch seine starke Toxizität gegenüber vielen Kleinstlebewesen desinfizierend. Auch organische Moleküle, die u. a. für Geruchs- oder Geschmacksbeeinträchtigungen sorgen, können durch die Oxidation mit dem freien Sauerstoff gut eliminiert werden. Bei geringeren Anforderungen genügt auch ein feiner Sprühnebel. Während Natriumhypochlorit zur Bildung von Ablagerungen neigt, verdampft Wasserstoffperoxid weitgehend rückstandsfrei.
So funktioniert die bisherige Lösung
Bei der heute üblichen Wasserstoffperoxid-Desinfektion wird eine ca. 30-prozentige Lösung über eine Peristaltikpumpe langsam auf eine Heizplatte gefördert, wo sie verdampft. Der Dampf wird über einen separat zugeführten Luftstrom in die zu desinfizierende Anlage befördert. Dieser Luftstrom wird dabei energieintensiv vorgeheizt, um den entstandenen Dampf nicht wieder abzukühlen und muss dabei stark genug sein, um den Dampf restlos auszutragen. Die Strömung soll dabei jedoch so schwach ausfallen, dass keine unverdampften Tröpfchen mitgerissen werden. In der Anlage registriert ein Sensor dann den eintreffenden reaktiven Dampf und startet den Beginn der Desinfektionszeit. Die Zeitspanne zwischen Start der Pumpe und Ansprechen des Sensors variiert je nach Anlage, verlängert aber in jedem Fall die Desinfektionsdauer. Da nur ein Sensor darüber informiert, ob die Pumpe für die Peroxidförderung angelaufen ist, kann die Fördermenge kaum geregelt werden. Bei einer größeren Förderbandbreite müssen weitere Pumpen mit anderer Fördermenge eingesetzt sowie Heizplatte und Luftstrom angepasst werden. Daher ist eine solche Lösung unflexibel und aufwendig.




