Produktrückrufe verunsichern Verbraucher und schaden dem Ruf von Unternehmen. Darüber hinaus können verunreinigte Lebensmittel oder gefährliche Rückstände für Konsumenten zu ernsthaften Gesundheitsrisiken führen. Um sie zu schützen, müssen Lebensmittelproduzenten sich an klare Richtlinien und Vorgaben halten. So sind sie beispielsweise dazu verpflichtet, die für die Lebensmittelsicherheit kritischen Arbeitsstufen im Prozessablauf zu ermitteln, konsequent zu überwachen und zu dokumentieren sowie angemessene Sicherheitsmaßnahmen festzulegen. Trotzdem zählt die EU jedes Jahr rund 3000 Produktrückrufe.
Um zu gewährleisten, dass keine unsicheren Lebensmittel in den Handel und damit in die Hände der Verbraucher geraten, lassen sich am Ende einer Prozesskette unterschiedliche Kontroll- und Inspektionssysteme einsetzen. So kann im Anschluss an eine Verpackungsanlage beispielsweise das Metalldetektionssystem Varicon+ von Bizerba zum Einsatz kommen. Mithilfe eines elektrischen Felds in seinem Spulenbereich detektiert es zuverlässig und schnell alle Eisen- und Nichteisenmetalle in verpackten und unverpackten Stückgütern. Sobald die Produkte durch den Metalldetektor laufen, hinterlassen sie ein spezifisches Muster, das das System erkennt und unmittelbar überprüft. Treten davon Abweichungen auf, deutet dies auf eine Verunreinigung hin. In diesem Fall scheidet ein Separiersystem mit Pusher das fehlerhafte Produkt automatisch aus dem Prozess in einen Behälter aus.
Bei Produkten, die beispielsweise in Aluminiumfolie verpackt sind und eine hohe Eigenleitfähigkeit aufweisen, stoßen Metalldetektionssysteme an ihre Grenzen und die Detektionsgenauigkeit sinkt. Die Folge: Kleine Verunreinigungen lassen sich nicht mehr prozesssicher erkennen. In diesem Anwendungsfall punktet die Röntgentechnik, mit der sich selbst kleinste Metallpartikel und Steine aufspüren lassen. Das Produktinspektionssystem XRE-D durchleuchtet mithilfe von Röntgenstrahlen die zu kontrollierenden Produkte und erzeugt ein digitales Graubild. Fremdkörper, die das System aufgrund ihrer höheren Dichte erkennt, erscheinen darauf als schwarze Flecken.
Moderne Röntgendetektoren sind in der Lage, ein Bild innerhalb von Millisekunden auszuwerten. Dies ermöglicht es, das Förderband mit einer Geschwindigkeit von bis zu 60 m/min durch den Detektor laufen zu lassen. Das entspricht einer Überprüfung von rund 200 Packungen/min. Zusätzlich können Anwender das Gerät auf ihre individuellen Anforderungen einstellen. So bietet das Gerät beispielsweise die Funktion, Verschlussteile aus Metall wie Aluclips an Poly-Clip-Beuteln gezielt von der Überprüfung auszuschließen.
Darüber hinaus können Röntgeninspektionssysteme den Inhalt von Packungen auf Vollständigkeit überprüfen. Mit ihnen lässt sich beispielsweise ermitteln, ob Pralinenschachteln komplett befüllt sind. Dazu wertet ein Bildverarbeitungssystem das erzeugte Bild aus und führt gleichzeitig eine Fremdkörperkontrolle durch. Danach gibt das Gerät das Überprüfungsprotokoll an eine Statistiksoftware weiter, die umfangreiche Analysen und eine genaue Dokumentation ermöglicht.




