Ein Hersteller von Lebensmittelzusatzstoffen suchte für die Automatisierung seiner Casein-Trocknungsanlage eine leicht zu bedienende Steuerung. Das Gerät sollte komplexe Prozesse regeln und auch mit einer SPS kommunizieren können. Der Multifunktionscontroller HE 5697 MFC von Hesch erfüllte alle Anforderungen und wurde angeschafft.
Ohne Casein wären viele industriell produzierte Lebensmittel nicht denkbar, denn das Milcheiweiß gibt ihnen erst ihre Struktur. Ein Produktionsschritt zur Herstellung dieses wichtigen Zusatzstoffs findet auf einer Walzen-Trocknungsanlage statt. Hier wird das Casein verarbeitet, das zuvor durch Ultrafiltration, Konzentration und Trocknung aus pasteurisierter Milch gewonnen wurde. An der Trocknungsanlage wird es zunächst wieder verflüssigt, nach Kundenwünschen mit Zusätzen angereichert und dann mit dampfbetriebenen Walzen erneut getrocknet. Dazu fördern Pumpen das verflüssigte Casein auf zwei riesige Trocknungswalzen. Dabei bildet das flüssige Casein auf den Walzen – sie haben eine Temperatur von etwa 180 °C – einen dünnen Film. Durch die Hitze verdampft die Feuchtigkeit im Casein, sodass ein Granulat entsteht, welches in einer nachgeschalteten Mühle zu Pulver vermahlen und anschließend verpackt wird.
Das Casein darf nicht anbrennen
Beim Transport des flüssigen Caseins auf die Hauptwalze werden die Förderpumpen von kleineren, sogenannten Übertragswalzen unterstützt. Der Raum zwischen diesen kleinen Walzen wird Walzensumpf genannt. In einen dieser Sümpfe wird das Produkt hineingefördert, im anderen der Füllstand gemessen. Das ist wichtig, damit die Walzen gleichmäßig mit Flüssigkeit benetzt werden. Ist der Füllstand zu niedrig, wird zu wenig Flüssigkeit auf die Walzen aufgetragen und das Produkt brennt an. Die Folge: Das Casein ist unbrauchbar und es besteht die Gefahr, dass das Messer, welches das getrocknete Casein von der Walze trennt, schneller verschleißt.
Bisher hat der Hersteller von Lebensmittelzusatzstoffen diesen Prozess manuell geregelt. So wurde die Produktzufuhr über Potenziometer gesteuert, die ständig von einem Arbeiter kontrolliert werden mussten. Das Ergebnis: Das Casein brannte öfter an, zumal die Walzentemperatur – ein ebenfalls wichtiger Prozessparameter – nach Gefühl geregelt wurde und deshalb häufig schwankte.
Multifunktionscontroller hilft weiter
Seit Langem bestand der Wunsch, die Anlage zu automatisieren, um so die Fehlerquellen abzustellen. Bei der Suche nach einem geeigneten Regler, der auch mit einer SPS kommunizieren kann, wurde man bei Hesch fündig. Mit dem Multifunktionscontroller HE 5697 MFC hat das Unternehmen einen Regler auf den Markt gebracht, der auch komplexe Prozesse regeln kann und dabei deutlich weniger kostet als eine SPS. Dieser Umstand, die leichte Handhabbarkeit des Controllers und die Möglichkeit, die Benutzeroberfläche individuell gestalten zu können, überzeugten den Lebensmittelzusatzstoff-Hersteller.




