Rund 100 Mio. Euro investiert die Multivac Group, führender Anbieter von Verpackungs- und Verarbeitungslösungen, aktuell in den Bau einer zweiten, hochmodernen Produktionsstätte am Stammsitz. Bis Ende des Jahres wird das Werk für die Teilefertigung und Ersatzteillogistik fertiggestellt und bereits jetzt sukzessive in Betrieb genommen. Mit der Expansion setzt das global agierende Unternehmen in Familienbesitz ein starkes Zeichen in Richtung Zukunft.
Die Multivac Group, die 1961 im Unterallgäu gegründet wurde, hat sich mit Innovationen als weltweit führender Technologieanbieter etabliert und beschäftigt heute rund 7400 Mitarbeiter in mehr als 80 Tochtergesellschaften weltweit. Um dem kontinuierlichen Wachstum gerecht zu werden, expandiert das Unternehmen nun erneut an seinem Hauptsitz in Wolfertschwenden und hat ca. 800 Meter vom Stammsitz entfernt ein zweites, hochmodernes Produktionswerk gebaut.
Modernste Fertigungstechnologien und Automatisierung
„Diese Investition ist nicht nur ein strategischer Schritt, um auf die Zukunft vorbereitet zu sein, sondern auch ein Bekenntnis zur Förderung und Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts Allgäu“, erklärt Dr. Christian Lau, Geschäftsführender Direktor (COO) der Multivac Group. „Unser Unternehmen ist seit jeher fest in der Region verwurzelt und wir sehen auch langfristig Potenzial im Allgäu.“
Auf einer Nutzfläche von 35 000 m2 ist ein Werk mit modernster Automatisierungs- und Fertigungstechnologie entstanden, das sowohl ein Fertigungswerk als auch ein Ersatzteillager sowie Büroflächen, Sozialräume und eine Kantine umfasst. Das Investitionsvolumen von rund 60 Mio. Euro in das Gebäude und weitere 40 Mio. Euro in Technik und Prozesse unterstreicht das Engagement, mit dem die Multivac Group ihre Zukunft und die des Allgäus nachhaltig prägen will.
Um seiner Nachhaltigkeitsstrategie gerecht zu werden, setzt das Unternehmen auch am neuen Produktionsstandort auf verschiedene Maßnahmen, die zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen beitragen. Dazu zählt etwa die Nutzung von regenerativen Energiequellen durch den Einsatz von Grundwasser zur Gebäudekühlung, Heizsysteme mittels Geothermie und Bio-Fernwärme sowie eine firmeneigene Photovoltaik-Anlage. Die Energieversorgung des neuen Werks erfolgt damit vollständig klimaneutral.
Erweiterung der Kapazitäten und neue Logistiklösungen
Zu den Haupttreibern für die aktuellen Expansionspläne zählen die veränderten Kundenbedürfnisse. Denn anstelle einzelner Maschinen steigt die Nachfrage nach umfassenden, maßgeschneiderten Linienlösungen aus einer Hand, die sämtliche Schritte von der Verarbeitung bis zur Verpackung von Lebensmitteln, Pharma- oder Medizintechnikprodukten abdecken. Diese Komplettlösungen, die oft das Schneiden, Verpacken, Inspizieren, Kennzeichnen und Handling umfassen, sind nicht nur komplex, sondern nehmen mit ihren häufig über 20 m langen Linien auch viel Montagefläche in Anspruch. Trotz einer Nutzfläche von 90 000 m2 stößt das bestehende Werk in Wolfertschwenden an seine Kapazitätsgrenzen. Daher wird die Fertigung von Maschinenbauteilen, die bisher im Hauptwerk erfolgte, ab sofort in den neuen Gebäudekomplex verlagert. Dies schafft im Stammwerk wiederum Platz für die Expansion des Slicer- und Liniengeschäfts, in dem ein stetiges Wachstum zu verzeichnen ist. Darüber hinaus ist im neuen Gebäude ein Logistikzentrum für Ersatzteile entstanden, das die globalen Lieferzeiten signifikant weiter optimieren wird: „Das neue Logistikzentrum ist weit mehr als ein modernes Gebäude mit automatisierten Prozessen – es ist nicht nur die nächste Stufe unserer Supply Chain, sondern ein strategischer Knotenpunkt für die gesamte Unternehmensgruppe. Es ermöglicht uns eine schnellere Verfügbarkeit von Ersatzteilen und eine stabilere Versorgung unserer Werke sowie mehr Transparenz in den Materialflüssen. Das alles hilft uns, die Lieferperformance für unsere Kunden weltweit deutlich zu verbessern“, sagt Dr. Lau. „50 000 bis 60 000 Ersatzteile für Maschinen der gesamten Unternehmensgruppe, also Multivac, TVI und perspektivisch Fritsch werden dort eingelagert. Und bestellt über einen Webshop, können diese Ersatzteile zukünftig noch am gleichen Tag ausgeliefert werden“, so Dr. Lau.




