Wie das Thema Digitalisierung in die Entwicklung der Verpackungsmaschinen aus der Serie X-line eingeflossen ist und welche Rolle Industrie 4.0 für Multivac spielt, das verrät Guido Spix in diesem Interview. Er ist geschäftsführender Direktor und Group-COO sowie CTO von Multivac.
Die Einführung und Umsetzung von Industrie 4.0 mit den Kernelementen Digitalisierung und Vernetzung ist auch für Verpackungsmaschinenbauer eine große Herausforderung. Wie geht Multivac dieses Thema an, Herr Spix?
Spix: Mit der Digitalisierung ergeben sich für unser Unternehmen unterschiedliche Ansätze. Der naheliegendste Aspekt betrifft die Digitalisierung von bestehenden Prozessen mit dem Ziel, diese noch effizienter zu gestalten und dadurch Zusatznutzen zu generieren. Wir haben dies in vielen Bereichen bereits umgesetzt, wie z. B. in unserem modernen Logistikzentrum in Wolfertschwenden.
Zusätzlich haben wir aber auch im Vertriebsbereich unsere Prozesse digitalisiert – ich verweise hier auf unser Kundenportal und diverse E-Commerce-Plattformen. Wir wickeln bereits einen signifikanten Anteil unseres Ersatzteilgeschäfts durch unseren Webshop ab und können durch die direkte Anbindung unserer Kunden über EDI und OCI an unsere Shopsysteme erheblichen Mehrwert für unsere Kunden schaffen.
Nicht zuletzt ist bei Multivac die Digitalisierung ein elementarer Baustein bei der Entwicklung von neuen Produkten – und wird als solcher konsequent in den Verpackungslösungen umgesetzt. So zeichnet sich die Maschinengeneration X-line durch eine Reihe von modernen Technologien aus und schafft aufgrund ihrer umfassenden Sensorik und lückenlosen Digitalisierung eine neue Dimension hinsichtlich Packungssicherheit, Qualität und Leistung. Darüber hinaus können die Maschinen optional mit der Cloud vernetzt werden und auf unterschiedlichste digitale Serviceleistungen zugreifen, die Smart Services von Multivac.
Können Sie diese Smart Services näher beschreiben?
Spix: Unter Smart Services fassen wir Servicepakete zusammen, die dazu beitragen, die Verpackungsprozesse bei unseren Kunden weiter zu optimieren und noch effizienter zu gestalten. Beispiele für Smart Services sind Dienstleistungen wie Predictive Maintenance oder die Erstellung umfassender OEE-Analysen, die es dem Betreiber erlauben, eine Zustandsanalyse der Verpackungsmaschinen zu erstellen und die Verpackungsprozesse weiter zu optimieren.
Ebenfalls ist denkbar, dass die Verpackungsmaschinen an unser Kundenportal und unsere Shopsysteme angebunden werden und somit automatische Ersatzteilbestellungen für Verschleißteile auslösen. Dadurch kann die Instandhaltungsarbeit bei unseren Kunden erheblich erleichtert werden. Darüber hinaus statten wir die Maschinengeneration X-line optional mit dem Pack Pilot aus. Neben einem maximalen Ausstoß trägt dieser auch in erheblichem Maße zu einer konstanten Verpackungsqualität und einer maximalen Packungssicherheit bei.




