Die fleischverarbeitende Industrie gehört zu den Branchen mit hohem Energie-, Wasser- und Materialverbrauch. Bei Produktion und Verpackung geht es deshalb darum, Prozesse möglichst nachhaltig und ressourcenschonend zu gestalten. Das dient nicht nur der Umwelt, sondern steigert auch die Effizienz und senkt die Kosten. Einen Überblick zu nachhaltigen Technologien zeigt die Iffa.
Ob Energieeffizienz, Prozesseffizienz oder Ressourceneffizienz: „Nachhaltigkeit ist immer mit Effizienz verbunden“, sagt Klaus Schröter, Vorsitzender der VDMA-Fachabteilung Prozesstechnik für Fleisch- und Proteinverarbeitung: „Dafür entwickeln die Maschinen- und Anlagenbauer permanent Lösungen, um Verbrauchsmedien und Materialien zu reduzieren, wie etwa Wasser, Kälte, Reinigungsmittel oder Druckluft. Wo Abwärme entsteht, nutzen wir sie in anderen Betriebsbereichen. Auch Solartechnologie binden wir in Prozesse ein, um sie energieeffizient zu gestalten.“ Energieeffizienz ist der größte Hebel, um mehr Nachhaltigkeit bei der Produktion von Lebensmitteln zu erreichen und, damit einhergehend, die Kosten zu reduzieren. Denn auf die Wärmeerzeugung und die anschließende Kühlung entfallen bis zu 60 Prozent des gesamten Energiebedarfs. Wärme braucht man zum Kochen, Dämpfen, Garen, zur Sterilisierung und zur Reinigung; Kälte wird benötigt, um Fleisch zu kühlen und so u.a. die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten.
Energieeffizienz: Wärmepumpen sind das Mittel der Wahl
Wenn es um Energieeffizienz geht, sind Wärmepumpen auch in der fleischverarbeitenden Industrie zunehmend das Mittel der Wahl. In Verbindung mit kompressorbasierten Prozesskühlsystemen ermöglichen sie das umweltschonende Kühlen und Heizen in einem kontinuierlichen Kreislauf. Das reduziert den Energieverbrauch um etwa 30 Prozent und senkt zudem die CO2-Emmissionen um rund 50 %, da fossil befeuerte Heizkessel überflüssig werden. Wärmepumpen verhindern auch, dass Abwärme die Kälteanlage ungenutzt verlässt, indem sie sie auf 90 °C erhitzen und an anderer Stelle nutzbar machen, etwa für Wasch- und Reinigungsvorgänge oder auch für die Erhitzung von Wasser für Verarbeitungszwecke, wie Pasteurisieren, Bleichen und Trocknen. Ein logischer weiterer Schritt bei der Annäherung an eine CO2-neutrale Produktion in der Fleischindustrie ist der Einsatz von Photovoltaikanlagen, die Wärmepumpen antreiben, oder die Implementierung von Biogasanlagen, die organische Abfälle aus der Fleischproduktion zur Energiegewinnung nutzen. Ein mittelständischer Schlachtbetrieb kann auf diese Weise jährlich etwa 1500 t CO2 einsparen.
Wassereinsparung durch Abwassernutzung und Hygienic Design
Ebenso wie Abwärme kann auch Abwasser aus der Produktion wiederaufbereitet und für weniger kritische Prozesse wie die Reinigung oder Kühlung nutzbar gemacht werden. Ein gängiges Verfahren für die Wiederverwertung von Prozesswasser ist die Zusatzbehandlung durch Filtrationstechnologien wie die Ultrafiltration oder die Umkehrosmose. Neben der Abwasserbehandlung bietet das Hygienic Design von Maschinen und Anlagen einen weiteren Ansatzpunkt, effizient und damit nachhaltig mit der Ressource Wasser umzugehen. Geschlossene Maschinenkörper, abfallende polierte Edelstahlflächen und flächenbündig eingelassene Abdeckungen tragen dazu bei, den Verbrauch von Wasser und Reinigungsmitteln zu reduzieren.




