Unter dem Namen „Schrozberger Milchbauern“ vermarktet die Demeter-Molkerei Schrozberg ihre Milchprodukte in ganz Deutschland, aber auch im europäischen Ausland. Da die verarbeitete Milchmenge in den vergangenen Jahren enorm gewachsen ist, investierte das Unternehmen in eine neue Glaslinie. Eine Herausforderung dabei war, dass die Anlage im laufenden Betrieb erweitert und modernisiert werden musste.
Wir haben in den vergangenen 15 Jahren unsere verarbeitete Milchmenge verdreifacht. Mittlerweile sind es 70 Millionen Kilo Milch, die wir jedes Jahr zu Frischmilch, Joghurt, Sahne, Quark, Kefir, Butter und mehr verarbeiten. 65 Prozent davon füllen wir in Pfandgläser – mit steigender Tendenz. Daher mussten wir eine neue Glaslinie installieren“, sagt Friedemann Vogt, Geschäftsführer der Molkereigenossenschaft Hohenlohe-Franken. Maßgeblich beteiligt mit Aus- und Einpackern, Palettierer sowie Flaschen-, Gläser- und Kistentransporteuren war dabei die Beyer Maschinenbau aus dem sächsischen Roßwein.
Verkauft werden die Produkte der Genossenschaftsmolkerei, die im nordöstlichsten Zipfel von Baden-Württemberg im schwäbischen Franken liegt, unter dem Markennamen „Schrozberger Milchbauern“ vor allem in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen. Als größte Demeter-Molkerei in Europa sind die Produkte der Genossenschaftsmolkerei im gesamten Bundesgebiet und auch europäischen Ländern im Handel gelistet, ebenso als deutscher Hersteller der türkischen Gazi-Joghurts. „Wir haben aktuell 280 Bauern, die uns beliefern und die natürlich alles Genossen sind, 110 davon sind Demeter-Bauern. Die Milch kommt aus einem Umkreis von 50 bis 100 Kilometer um uns herum, wobei wir seit 20 Jahren immer auf der Suche nach guten Milchlieferanten sind.“
In Schrozberg wird seit dem Jahr 1990 immer in Gläser abgefüllt. Der Milchkarton spielt eine immer kleinere Rolle, viel wird auch in Großgebinde wie Eimer für die Gastronomie abgefüllt. Mittlerweile sind es jährlich über 35 Mio. Gläser, Halbliter- und Liter-Flaschen, 250-g- und 500-g-Gläser. „Da wir 24/7 füllen, also täglich im Drei-Schicht-Betrieb, unsere Produkte aber zum Teil nur kurze Haltbarkeiten haben, musste die Installation der neuen Anlagenteile der Glaslinie während des laufenden Betriebs stattfinden. Wir sind sehr froh, dass wir da einen Partner wie Beyer Maschinenbau hatten, der das hervorragend nach unseren Wünschen realisierte“, unterstreicht Vogt.
Weder Homogenisierung noch Ultrahocherhitzung
Seit der Gründung am 14. Januar 1900 verarbeitet die Molkereigenossenschaft die Milch ihrer Mitgliedsbetriebe, im Jahr 1976 war sie eine der ersten Molkereien, die Bio-Produkte nach den Richtlinien des Demeter-Verbandes herstellte. Heute werden von den 100 Mitarbeitern jedes Jahr 70 Mio. kg Milch zu 130 unterschiedlichen Produkten verarbeitet. Die konventionellen Milchprodukte machen 60 % der Jahresmenge aus, doch der Demeter-Sektor wächst. Die Genossenschaft gehört den Milchbauern, die eine ganzheitliche Kreislauf-Landwirtschaft betreiben. Das Futter wird zu einem großen Teil selbst produziert, alle Kühe behalten ihre Hörner. „Deren Milch wird schonend verarbeitet, nur pasteurisiert, aber wir verzichten bewusst auf Homogenisieren, Ultrahocherhitzen und Verfahren zum Herstellen von ESL-Milch, die die Haltbarkeit verlängern. So bleiben die meisten Vitamine und natürlichen Inhaltsstoffe erhalten. Dass unsere Milch nicht homogenisiert wird, erkennt man an der Aufrahmung – der Sahnepfropf an der Oberfläche ist unser Qualitätsmerkmal“, erläutert Vogt. Stolz ist man in Schrozberg auf die hohe Qualität aller Produkte, die mehrfach ausgezeichnet wurden. „Unser Joghurt, Kefir, Quark oder Ayran sind nicht billig, aber wir verzichten auf Milchpulver und Aromen, auf Hocherhitzungen und alle Produkte haben viel Zeit, um zu säuern und so enormes Aroma und Geschmack zu entwickeln. Das schmecken und das lieben unsere Kunden.“




