Blei und Cadmium gelangen über die Nahrungskette in den Körper und wirken stark toxisch. Die Europäische Kommission hat jetzt neue Höchstwerte für diese Schwermetalle in einer großen Zahl von Lebens- und Futtermitteln festgelegt. Auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse gelten die verschärften Grenzwerte für Blei seit dem 30. August, für Cadmium ab dem 31. August. Mit verschiedenen Analyseverfahren lässt sich im Labor die Blei- und Cadmiumbelastung von Lebensmitteln feststellen.
Die Höchstwerte für Blei sind in der neuen EU-Verordnung 2021/1317 geregelt, für Cadmium in der EU-Verordnung 2021/1323. Verschärfte Werte, zum Beispiel für eine Bleibelastung, gelten in der EU-Verordnung für viele Lebensmittel wie Säuglings- und Kleinkindnahrung, Waldpilze, Fleisch und Getreideprodukte. Laut Erklärung der EU-Kommission soll „die ernährungsbedingte Exposition gegenüber Blei in der Union verringert werden, indem die geltenden Höchstgehalte gesenkt oder zusätzliche Höchstgehalte für Lebensmittel festgelegt werden, bei denen niedrigere Bleigehalte nach vernünftigem Ermessen erreichbar sind“. Neben dem Gesundheitsschutz spielt auch die Bekämpfung von Lebensmittelbetrug eine Rolle. So werden auch die Höchstgehalte von Blei in Gewürzen festgelegt, um Betrugspraktiken wie den Zusatz von Bleichromat in Kurkuma zu bekämpfen.
Grenzwerte im Rahmen der Krebsbekämpfung verschärft
Ob über das Wasser, die Luft, über Pflanzen oder belastete Böden – das hochgiftige Schwermetall Blei gelangt auf vielen Wegen in den menschlichen Körper. Dies gilt ähnlich auch für Cadmium: Das Metall ist unter anderem in Zigarettenrauch enthalten und findet sich außerdem in Hülsenfrüchten sowie in Weizen. Auch Düngemittel und Tierfutter können mit Cadmium belastet sein. Studien des Bundesinstituts für Risikobewertung und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kamen zum Ergebnis, dass in nahezu allen Lebensmitteln Spuren von Blei und Cadmium enthalten sind. Die teilweise gravierenden gesundheitlichen Gefahren, die von einer Schwermetallbelastung des Körpers ausgehen, veranlassten die Europäische Kommission nun, die Grenzwerte für Blei und Cadmium zu verschärfen. Im Rahmen des Programms „Europas Plan gegen den Krebs“ legt die EU aufgrund aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse verschärfte Grenzwerte für krebserregende Schadstoffe fest.
Sensitive Analyseverfahren für Schwermetallbelastung
Ein wichtiger Baustein in diesem Vorhaben ist die Analyse von Schadstoffexpositionen in Lebensmitteln. „Es kommt darauf an, Schwermetallbelastungen in Lebens- und Futtermitteln entlang der gesamten Lieferkette unserer Lebensmittel zu erkennen und genau zu messen“, sagt Dr. Ignazio Garaguso, Experte für Lebensmittelsicherheit bei Perkin Elmer, einem Anbieter von Lösungen in den Bereichen Biowissenschaften, Diagnostik, Lebensmittel- und Umwelttests mit Hauptsitz an der US-amerikanischen Ostküste. „Wir setzen bewährte Instrumente für das Screening und die Prüfung ein wie zum Beispiel die Graphitrohr-Atomabsorptionsspektroskopie (GFAAS), die optische Emissionsspektrometrie mit induktiv gekoppeltem Plasma (ICP-OES) und die induktiv gekoppelte Plasmamassenspektrometrie (ICP-MS), um Schwermetalle zu erkennen und zu analysieren, Interferenzen zwischen den Elementen zu beseitigen und es den Laboren zu ermöglichen, Proben schnell und effizient zu verarbeiten und dabei die vorgeschriebenen Nachweisgrenzen einzuhalten“, so Garaguso weiter.




