Anfang 2021 ging das neue Kompetenzzentrum von Multivac am Firmensitz in Wolfertschwenden nach rund zweieinhalbjähriger Bauzeit in Betrieb. Wie das Unternehmen dort gemeinsam mit Kunden Slicer- und Verpackungslinien entwickelt, erläutern Manfred Achenbach, Senior Vice President des Geschäftsbereichs Slicing, und Robert Wild, Senior Director Application Center Slicing, im Interview.
Wie groß das Kompetenzzentrum und wie ist es aufgebaut?
Manfred Achenbach: Der neue Gebäudekomplex umfasst 17 000 qm Nutzfläche. Er wurde als Anwendungszentrum für unseren Geschäftsbereich Slicing gebaut. Ebenso wird dort die Inbetriebnahme von automatisierten Verpackungslinien durchgeführt. Das Investitionsvolumen betrug rund 35 Mio. Euro. Die Produktionsfläche im Erdgeschoss des Gebäudes umfasst rund 7500 qm. Zudem sind im neuen Komplex ein Slicer-Anwendungszentrum, ein Empfang sowie ein Betriebsrestaurant untergebracht, das sich über zwei Etagen erstreckt. Außerdem entstanden 180 Büroarbeitsplätze im zweiten Obergeschoss sowie flexibel nutzbare Konferenz- und Veranstaltungsräume im dritten Obergeschoss.
Was genau bietet das Kompetenzzentrum Ihren Kunden?
Robert Wild: Im Anwendungszentrum, dem Training & Application Center (TAC), umfasst das Angebot im Bereich Slicing, analog zum bestehenden Training & Innovation Center (TIC), neben Bemusterungen und Maschinenvorführungen auch unterschiedliche Trainingsprogramme für unsere Slicer und Slicerlinien. Das Anwendungszentrum haben wir so konzipiert, dass unsere Kunden sich in einer Umgebung wiederfinden, die den realen Bedingungen ihrer eigenen Produktionsstätten entspricht. Sie können dort die komplette Prozesskette live erleben: Das Spektrum reicht von der Vorführung einzelner Slicer, also dem reinen Aufschneiden verschiedenster Produkte, über die Präsentation unterschiedlicher Beladelösungen bis hin zum eigentlichen Verpackungsprozess.
Der Maschinenpark des TAC ist State-of-the-Art. Skizzieren Sie bitte kurz die wichtigsten Highlights?
Wild: Im TAC befinden sich nahezu alle Lösungen aus dem Multivac-Portfolio, die in der Lebensmittelindustrie zum Einsatz kommen. Wir können dort vollständige Linien von der Zuführung bis zum End-of-Line-Bereich präsentieren, die auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind. So bekommen Interessenten live ein Gefühl für komplette Prozessketten, die später auch in ihrer Produktion vor Ort arbeiten.
Achenbach: Das Besondere ist, dass wir vor Ort die Produktionsbedingungen unserer Kunden simulieren. So haben wir z. B. Klimakammern und Weißräume gebaut, um die Produktionsverhältnisse unserer Kunden aus der Lebensmittelindustrie exakt nachstellen zu können. Dadurch können unsere Spezialisten Anlagen gezielt auf das vorbereiten, was sie im Produktionsalltag leisten und aushalten müssen, etwa eine bestimmte Temperatur oder Luftfeuchte. Nach einer solchen Simulation müssen wir nicht mehr schätzen, unter Einstellung welcher Parameter die Maschinen optimal arbeiten, sondern wissen es.




