Die Bunge-Gruppe ist weltweit eines der größten Handels- und Verarbeitungsunternehmen von Öl- und Getreidesaaten. Bereits 1818 in Amsterdam gegründet, erstrecken sich die Unternehmensfelder heute vom Handel und der Verarbeitung von Agrarprodukten über Produktion und Vertrieb von Düngemitteln bis hin zur Produktion von Nahrungsmitteln. Die Ölmühle Mannheim, die mit einer jährlichen Kapazität von 1,1 Mio. t Ölsaaten eine der größten Mühlen in Europa ist, kann ebenfalls auf eine lange Tradition zurückblicken. Die Zerstörung der kompletten Presserei durch den Brand war zunächst ein Schock. Doch sehr schnell entschied Bunge, die Presserei wieder aufzubauen. Dabei sollte die Ausfallsicherheit der Anlage weiter steigen und die gesamte Anlagentechnik modernsten Ansprüchen genügen. Bunge entschied sich für zwei baulich und elektrisch komplett voneinander getrennte Linien.
Bunge definierte in den Vorgaben an Klebs & Hartmann, seit 1988 Danfoss-Systempartner, die gewünschten Anforderungen an die neue Anlage: Maximale Sicherheit des Betriebspersonals, maximale Verfügbarkeit der Produktionslinien und maximale Energieeffizienz. Gerade der letzte Punkt erforderte den Einsatz von Frequenzumrichtern für die Antriebe in beiden Produktionslinien. Aufgrund der positiven Erfahrungen, die Bunge mit den VLT-Frequenzumrichtern gemacht hatte, entschied sich Klebs & Hartmann für den Einsatz der FC302-Umrichter. Sie sind für den vielfältigen industriellen Einsatz ausgelegt und bilden eine Plattform für alle Anwendungen wie Pressen, Walzen, Pumpen, Gebläse und allen Arten von Förderern. So entstand ein Gesamtpaket für die Anlage: Die Hauptverteilung umfasst 65 Felder 400 und 690 V in Sivacon S8, 40 Felder für die Motorverteilung, 35 Frequenzumrichterschränke sowie 14 Felder 20 kV in SF6-Technik.
Beim Einsatz einer gesamten Umrichterleistung von mehr als 2000 kW je Linie sind bei der Planung viele Details zu berücksichtigen, wie Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV), Oberschwingungsbelastung, Kühlung, Kabellängen und vieles mehr. Um die Stromverluste gering zu halten, führte Klebs & Hartmann alle Antriebe ab 90 kW in 690 V aus. Dadurch konnten die Kabelquerschnitte halbiert werden gegenüber 400-V-Antrieben. Zusätzliche Bedienersicherheit ist durch eine farbliche Unterscheidung zwischen den Spannungsebenen 400 V, 690 V sowie der SV Verteilung gegeben.
Das Thema Kabellängen ist bei der Serie FC302 relativ einfach, da sich an die Geräte ohne weitere Maßnahmen bis 150 m geschirmte Leitung anschließen lassen. Um die Anlage EMV gerecht aufzubauen, ist ein ganzheitliches Konzept der Energieversorgung erforderlich.
„Durch die Vorgabe von maximaler Energieeffizienz war der Einsatz von Frequenzumrichtern ein absolutes Muss“, begründet Peter Jung, technischer Leiter von Klebs & Hartmann, die Entscheidung für die Danfoss-Technologie. Die Geräte erfüllen durch sehr geringe Verlustleistungen und ein spezielles Kühlkonzept die Vorgaben sehr gut. Mehr als 85 % der Verlustleistung bleiben durch die besondere Konstruktion außerhalb der Geräte.




