Nürnberger Rostbratwürste gehören zur Geschichte der fränkischen Großstadt. Die Spezialität wird bei der Produktion bislang einzeln und manuell der Verpackungsmaschine zugeführt. Nun haben Maschinenbauexperten eine automatische Einlegeanlage konstruiert, die Zuverlässigkeit, Prozesssicherheit und Wirtschaftlichkeit der Wurstherstellung deutlich steigert. Die Konstruktion beinhaltet auch Komponenten aus dem Portfolio von SEW-Eurodrive.
Bei mb bergmann in Hösbach bei Aschaffenburg dreht sich in der Montagehalle seit Monaten alles um die Wurst. Zusammen mit Konstrukteuren des Edelstahlspezialisten Eberhardt aus Lichtenau bei Ansbach fertigt der Sondermaschinenbauer eine Anlage zum Prüfen, Vereinzeln und Einlegen von Würsten in eine Folienverpackungsmaschine. „Das ist eine reine Sonderanlage, die es kein zweites Mal gibt“, versichert Jörg Schwebel, zuständig für das Hard- und Software-Engineering bei Eberhardt. „Hierfür gibt es weder ein Vorbild noch einen gleichgearteten Automatisierungsprozess; diese Maschine ist ein Unikat.“ Auch die Wurst, um die es geht, ist einzigartig: die Nürnberger Rostbratwurst. Als herzhafte Leckerei ist sie hochbegehrt und weltberühmt; es heißt, dass täglich rund drei Millionen Würstchen hergestellt werden. „Bei diesen ‚Wörschdla´ ist keins wie das andere, denn sie sind echte Naturprodukte mit individuellen Merkmalen“, gibt Jörg Schwebel zu bedenken. „Jede Wurst ist hinsichtlich Länge, Durchmesser und Krümmung ein bisschen anders, was eine automatisierte Handhabung zur großen Herausforderung macht.“
Automatisierung für mehr Effizienz
Eine knifflige Aufgabe also für die Konstrukteure; die Handhabung der Würste muss absolut schonend und sicher vonstattengehen. Bisher erfolgt das Einlegen in die Folienverpackungsmaschine komplett manuell, allerdings unter ungünstigen Bedingungen: Die Akkordarbeit an der Linie in gekühlter, fensterloser Umgebung ist belastend und monoton.
Für den Bratwursthersteller sind Zuverlässigkeit, Produktsicherheit und eine höhere Wirtschaftlichkeit ausschlaggebende Gründe, die Verpackungsprozesse zu automatisieren. Zu seinen Vorgaben gehört, dass sich die neue Anlage passgenau in den bestehenden Herstellungsprozess einbinden lässt. Eine weitere Zielstellung ist der Durchsatz von tausend Würsten pro Minute. „Wir haben die Vereinzelungs- und Einlegemaschine entsprechend spezifisch und modular konzipiert. Sie fügt sich räumlich und prozesstechnisch in die Kundenanlage ein“, veranschaulicht Schwebel das neue Layout. Auch hinsichtlich der Antriebstechnik hatte der Kunde konkrete Vorstellungen: „Ausdrücklich legt er Wert darauf, dass Technik von SEW-Eurodrive verbaut ist, weil er damit beste Erfahrungen gemacht hat“, erzählt Schwebel. „Das haben wir gern aufgegriffen, weil auch wir von den SEW-Produkten überzeugt sind.“




