Dipl.-Ing. Kai Doth
Der Pro-Kopf-Verbrauch an Milch und Milchprodukten wächst stetig. Und so haben in Deutschland die mehr als vier Milli-onen Milchkühe viel zu tun. Gleiches gilt auch für die Hochwald Nahrungsmittelwerke GmbH. Die Unternehmensgruppe erwirtschaftete mit 5200 Milchlieferanten und mehr als 1600 Mitarbeitern im Jahr 2007 einen Umsatz von 1,188 Mrd. Euro. Zu den bekanntesten Markennamen der Genossenschaft gehören Bärenmarke (Frischmilch) und Glücksklee (Dosenmilch), Hochwald (Molkereiprodukte), Lünebest (Joghurt), Moha (Sahne) und Der kleine Strolch (Kochkäse). Im Werksverbund gehört das Milchwerk Erftstadt zu den wachstumsstärksten Standorten der Genossenschaft, die mit großem Erfolg auch international tätig ist. Deshalb wird dort in neue Produktionsanlagen investiert. Werksleiter Ralf Fuhs: „Die Konsumgewohnheiten verändern sich. Beispielsweise werden künftig noch mehr Dauermilcherzeugnisse gefragt sein. Darauf richten wir unsere Produktion aus.“ Eine Erweiterung der Produktion hat bei Hochwald auch stets eine Erweiterung der Druckluftanlage zur Folge. Denn als sterile Prozessluft wird die Druckluft an vielen Stellen des Produktionsprozesses, zum Beispiel beim Entleeren von Tanks und bei der Sterilabfüllung, verwendet. Dabei gelten hohe Anforderungen an die Druckluftqualität. „Wir stellen hochwertige Produkte her und haben daher auch hohe Anforderungen an die Prozessmedien und die Prozesssicherheit“, erläutert Fuhs.
Aus diesem Grund betreibt Hochwald in Erftstadt zwei Druckluftnetze: Das eine mit ölfrei erzeugter Luft für die zentralen Prozessschritte. Das andere, kleinere Netz dient zur Versorgung der Verpackungsmaschinen (kein Kontakt mit dem Produkt und produktberührten Teilen) und wird von ölgeschmierten Kompressoren, die mit entsprechenden Aufbereitungskomponenten ausgestattet sind, bedient. Den hohen Sicherheitsstandard der Produktion dokumentiert auch die IFS-Zertifizierung der Stufe 4. Als Hochwald in Erftstadt nach diesem Standard zertifiziert wurde, war das die höchste Stufe überhaupt. „Inzwischen gibt es bereits die IFS-Stufe 5“, so Fuhs, „deren Anforderungen wir ebenfalls erreichen.“
Die Forderung nach ölfrei erzeugter Druckluft ist für Hochwald daher selbstverständlich. Deshalb stehen in der Druckluftstation vier Compair-Kolbenkompressoren, die sukzessive angeschafft wurden und insgesamt rund 68 m3/min Druckluft in das ölfreie 8-bar-Netz einspeisen können. Auf die Frage, warum man sich für Kolbenverdichter entschied, antwortet Achim Derr, Abteilungsleiter Technik: „Wir nutzen Kolbenkompressoren, weil es streng genommen keine ölfreien Schraubenverdichter gibt: Alle Schraubenverdichter benötigen ein Dichtungsmedium, daher entsprechen sie nicht unseren Anforderungen. Wir verlangen eine absolut ölfreie Erzeugung der Druckluft, denn nur so können wir sicher sein, dass keine Kontaminationen in die Druckluft eingetragen werden.“




