Druckluft, die in der Lebensmittelindustrie eingesetzt wird, muss höchsten Reinheitsstandards entsprechen. Schon geringste Kontaminationen, die von diesem unverzichtbaren Energieträger und Prozessmedium auf Nahrungsmittel oder Verpackungsmaterialien übertragen werden, können hohe wirtschaftliche Schäden zur Folge haben. Deshalb wird sowohl für den Gesamtölgehalt als auch für den Gehalt an festen Verunreinigungen ein Wert gefordert, der besser ist als Klasse 1 nach DIN ISO 8573 – 1: 2001. Das bedeutet einen Restölgehalt von unter 0,01 mg/m³ und eine Teilchendichte von unter 0,1 mg/m³. Dies ist wirtschaftlich nur mit ölfrei arbeitenden Kompressoren erreichbar. Allein die Verunreinigungen durch Schmieröl betragen je nach Verdichterbauart bei ölgeschmierten Kompressoren bis zu 40 mg/m³; bei älteren Kompressoren können es sogar mehr als 100 mg/m³ sein. Dies macht deutlich, warum der Aufwand für die nachgeschaltete Aufbereitung bei Ölfrei-Kompressoren sowohl im Investitionsvolumen als auch bei den Betriebskosten deutlich geringer ist. Die ölfrei verdichtenden Kompressoren der Baureihen Quantima und Pureair von Compair sowie die Kolbenverdichter des Unternehmens haben sich in unzähligen Einsätzen in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie bewährt. Das belegen die folgenden drei Beispiele.
Das Milchwerk Erftstadt gehört zu den wachstumsstärksten Standorten der Hochwald Nahrungsmittel-Werke GmbH. Diese Genossenschaft ist mit großem Erfolg auch international tätig. Eine Vergrößerung der Produktion hat bei Hochwald auch stets eine Erweiterung der Druckluftanlage zur Folge. Denn als sterile Prozessluft wird die Druckluft an vielen Stellen des Produktionsprozesses, beispielsweise beim Entleeren von Tanks und bei der Sterilabfüllung, verwendet. Die Forderung nach ölfrei erzeugter Druckluft ist für Hochwald daher selbstverständlich. Die Druckluftstation in Erftstadt mit vier ölfrei arbeitenden Kolbenkompressoren wurde zusätzlich mit einem Quantima-Verdichter ausgerüstet. Diese ölfreien Turboverdichter nutzen ein spezielles Antriebs- und Verdichtungsprinzip: Ein High-Speed-Elektromotor treibt eine Rotorwelle an, die an beiden Seiten mit jeweils einem Impeller verbunden ist. Die direkt angetriebene Rotorwelle wird von adaptiven Magnetlagern berührungslos geführt – ohne Getriebe, ohne Wälzlager, ohne Reibung, ohne Öl und ohne Verschleiß.
Die Rovita GmbH entwickelt und produziert Food Ingredients, die sowohl bei der Fleischwarenproduktion als auch bei der Herstellung von Suppen, Saucen, Müsliriegeln und Sportlernahrung zum Einsatz kommen. Trocknen und Mischen sind zwei Kernkompetenzen von Rovita. Deshalb investierte das Unternehmen in den Umbau des Nassprozessbereichs und des nachgeschalteten Trockenturms. Diese Anlage ist mit einer neuen Filteranlage ausgestattet, bei der die Filter mit Druckluft abgeblasen werden. Der zusätzliche Druckluftbedarf konnte mit den vorhandenen Kompressoren nicht mehr gedeckt werden, sodass man noch vor der Inbetriebnahme des Trockenturms einen zusätzlichen Verdichter installieren musste.




