Trommelmotoren sind in fördertechnischen Aufgaben der Lebensmittelindustrie weit verbreitet. Sie überzeugen als komplett geschlossene All-in-One-Komponente durch besonders gute Hygieneeigenschaften. Nachdem bislang asynchrone Auslegungen dieser Technologie dominierten, kommen nun verstärkt Synchron-Trommelmotoren zum Einsatz. Ihr Vorteil: Sie sind ölfrei und dank hoher Energieeffizienz deutlich kühler.
Grundsätzlich stellt die Lebensmittelindustrie die gleichen Anforderungen an die Funktionalität von Antriebskomponenten wie alle anderen industriellen Applikationen auch. Es gibt hier wie da sowohl einfache als auch anspruchsvolle Förder- und Transportaufgaben. Anspruchsvolle Aufgaben lassen sich nur mit intelligenten Antriebslösungen umsetzen, die beispielsweise mit Servosteuerungslogik arbeiten, sodass sie in dynamischen Prozessen hochpräzise transportieren und positionieren.
Auch hinsichtlich Drehzahl, Drehmoment und der daraus resultierenden Antriebsleistung – also den entscheidenden Kriterien für Bewegungen im Produktionsprozess – gibt es keine generellen Unterschiede zu sonstigen industriellen Applikationen, denn auch in der Lebensmittelindustrie sind die Produktionsprozesse teilweise extrem dynamisch. Die Motoren müssen zunehmend schneller beschleunigen, präziser anlaufen und abbremsen und ihre Geschwindigkeit exakt halten können. Daher spielen auch Trägheitsmomente und Spitzenmomente sowie ein gutes Regelverhalten der Antriebslösungen – also das Zusammenspiel zwischen Motoren und Steuerungen – eine wichtige Rolle. Auch müssen Antworten auf aktuelle Themen rund um Energieeffizienz und Digitalisierung gegeben werden. Aber auch hier nimmt die Antriebstechnik der Lebensmittelindustrie im Vergleich zum allgemeinen Maschinenbau keine Sonderstellung ein.
Hygiene ist oberstes Gebot
Es gibt jedoch eine extrem wichtige Anforderung der Lebensmittelindustrie, die die zum Einsatz kommende Antriebstechnik einzigartig macht. Dies ist der Aspekt der Hygiene: Das Antriebssystem muss nämlich so ausgelegt werden, dass es Lebensmittel nicht kontaminieren kann. Aus diesem Grund kommen in der Lebensmittelindustrie schon seit vielen Jahren Trommelmotoren als integrierte Antriebskomponenten zum Einsatz. Sie haben die extern an das anzutreibende System angeflanschten Motoren weitestgehend ersetzt. Solche externen Motoren haben den Vorteil, dass sie seit Langem weltweit standardisiert sind. Fällt ein Motor bei einem Anwender irgendwo auf der Welt aus, ist es in der Regel unkompliziert, einen Ersatz zu besorgen. Allerdings widerspricht der Einsatz externer Motoren essenziell dem Gedanken der Hygiene.
Alle Motoren sind nämlich vom Produktionsprozess der Lebensmittel abzukapseln. Bei angeflanschten Motoren kann dies allerdings in aller Regel nicht vollständig gelingen, was wohl vermutlich jeder erfahrene Praktiker bestätigen wird. Bakteriennester, die auch Reinigungsprozeduren überstehen, sind eine der Folgen. Deshalb werden in der Lebensmittelverarbeitung zunehmend Trommelmotoren eingesetzt. Diese sind aufgrund ihrer Konstruktion deutlich hygienischer. Sie integrieren Motor und Getriebe in der hermetisch abgeschlossenen Antriebstrommel. Dieses Design eignet sich sehr gut, um den Motor sicher und schnell reinigen zu können, ohne dass Bakteriennester zurückbleiben. Auch muss man keine aufwendigen und teuren Schutzhauben um sie herum-bauen. Ein doppeltes Plus also für den Trommelmotor. Bei den Trommelmotoren sollte jedoch genauer hingeschaut werden, welche Technologie zum Einsatz kommt.




