Die Messmethode des Eyescan-AT-3D-Sensors von EVT basiert auf Lasertriangulation. Dabei tastet ein Laserstrahl die Oberfläche des zu untersuchenden Objekts ab. Gleichzeitig nimmt eine seitlich zur Laserlinie angebrachte Kamera ein Höhenprofil auf. Der Sensor schaut dabei von oben auf die Gebinde und untersucht, ob die Kronkorken über eine Wölbung verfügen oder nicht. Denn nur wenn der Metallverschluss korrekt auf die Flasche aufgebracht worden ist und die Flaschenöffnung dicht verschließt, wölbt er sich aufgrund der in dem Getränk enthaltenen Kohlensäure nach außen.
An definierten Positionen im Kamerabild wertet die Bildverarbeitungssoftware den Abstand vom Kronkorken zum Sensor aus, um die Deckelwölbung festzustellen. Der Unterschied zwischen dichten und undichten Kronkorken liegt bei 100 µm. Für den präzisen 3-D-Sensor ist dieser geringe Höhenunterschied problemlos im laufenden Prozess zu erkennen. Er erreicht eine Wiederholgenauigkeit von 14 µm.
Durch die hohe Geschwindigkeit der Produktionslinie kommen die Flaschen mit zufälligem Versatz und Neigungswinkel unter den Scanner. Steht eine Flasche schief, kann das System den Höhenunterschied ausgleichen. Ein integrierter Lageausgleich sorgt dafür, dass die durch den 3-D-Scan erzeugte Punktwolke in der Bildverarbeitungssoftware rotiert und verschoben wird, sodass der Kronkorken gerade liegt und somit richtig bewertet werden kann.
Ein Vorteil des Eyescan-AT-3D-Sensors ist der HDR-Modus (High-Dynamic-Range-Modus). Mit ihm kann auch dann eine hohe Scan-Genauigkeit erreicht werden, wenn die Kronkorken kontrastreich bedruckt sind. Sehr helle oder sehr dunkle Flächen stellen eine Herausforderung für einen Scanvorgang dar: Bei Scannern ohne HDR-Funktion wird die Laserlinie zu breit, wenn der Untergrund zu hell ist. In diesem Fall ist kein detaillierter Scan möglich. Im anderen Extremfall, also wenn der Untergrund zu dunkel ist, kann die Kamera die Laserlinie nicht mehr erkennen. Der Scanner verfügt über eine Bildtiefe von 10 Bit. Mithilfe des HDR-Modus wird die Helligkeitsdynamik komprimiert, um diesen Bereich besser auszunutzen. Anwender können von den Vorteilen der HDR-Funktion profitieren, ohne die Geschwindigkeit der Abfüllanlage verringern zu müssen.
Eine weitere nützliche Funktion ist die Objekt-Trigger-Funktion. Sie lässt den 3-D-Scanner nur dann ein Bild aufnehmen, wenn der Kronkorken auch tatsächlich im Bild ist. Auf diese Weise entstehen weniger Bilddaten, wodurch der Bildverarbeitungsrechner entlastet wird. Zudem können sich Anwender mit dieser Funktion eine externe Lichtschranke sparen.
Es gibt auch Systeme zur Vermessung von Kronkorken, die ein Laserprofil in der Mitte der Metallverschlusskappe erfassen. Die Schwierigkeit bei dieser Messmethode besteht jedoch darin, dass die Messung exakt mittig durchgeführt werden muss. Dies gelingt jedoch auch bei einem genau eingestellten Triggersystem nicht immer optimal. Erfasst das Messsystem nicht genau die Mitte des Kronkorkens kommt es zu einem Messfehler, da die Wölbung im Deckel nicht an der höchsten Stelle gemessen wird. Bedingt durch den schmalen Messbereich des Systems wird zudem nur eine kleine Punktwolke mit einer geringen Anzahl von Punkten erzeugt. Dadurch ist kein Neigungsausgleich bei schief stehenden Flaschen möglich, was zu weiteren Messfehlern führen kann. Bereits ein Wassertropfen kann eine Fehlmessung verursachen.




