Die explodierenden Kosten von Gas und Strom treffen die Lebensmittelindustrie mit voller Wucht. Hersteller entschärfen die Energiekrise am besten durch Effizienzmaßnahmen. Alfa Laval setzt hier an und analysiert Produktionsanlagen im Hinblick auf Ressourceneinsatz und CO2-Emissionen und Wartungskosten. Mit dem Onlinetool Joules vergleichen die Experten Fluid-Handling-Komponenten wie Pumpen und validieren die Einsparpotenziale. Dass es sich lohnt, zeigt das Beispiel einer Großmolkerei.
Die Lebensmittel- und Getränkeverarbeitung ist einer der energieintensivsten Industriesektoren in der EU und für 28 % des Gesamtenergieverbrauchs verantwortlich (Monforti-Ferrario, F. Energy Use in the EU Food Sector: State of Play and Opportunities for Improvement; European Union; Joint Research Centre; Institute for Energy and Transport and Institute for Environment and Sustainability: Ispra, Italien, 2015, Seite 7). Angesichts galoppierender Energiepreise und auch der Verpflichtung zur Reduzierung der CO2-Emissionen gemäß des Pariser Klimaabkommens stehen die Unternehmen immer stärker unter Zugzwang.
Auf der Ebene der Prozesstechnik sind Audits der erste Schritt zu mehr Energieeffizienz. Im Rahmen von Energieverbrauchsanalysen lassen sich Stellschrauben identifizieren. In den Betriebsstätten der Lebensmittelindustrie zählen die Pumpen oftmals zu den Anlagen mit der niedrigsten Energieeffizienz.
Pumpen unter der Lupe
Alfa Laval wurde von einer dänischen Großmolkerei mit der Durchführung einer Pumpenprüfung beauftragt. Während des eintägigen Audits wurden in der Molkefiltrationsanwendung fünf Pumpen unter die Lupe genommen. Zwei der Pumpen erwiesen sich als Schwachpunkte. Rund um die Uhr im Einsatz erbrachten sie 20 % weniger Leistung als angegeben. Ihr Wirkungsgrad lag bei lediglich 50 %, das heißt, nur die Hälfte der verfügbaren Leistung wurde für die Bewegung von Flüssigkeit aufgewandt, während die andere Hälfte unerwünschte Vibrationen in der gesamten Prozesslinie verursachte. Die Molkerei ließ die Pumpen wegen ihres schlechten Wirkungsgrades, des hohen Stromverbrauchs, der Vibrationen und anderer Probleme alle drei Monate warten. Diese Maßnahmen erforderten jedes Mal den Einsatz eines spezialisierten Unternehmens und verursachten eine Ausfallzeit von 24 Stunden pro Pumpe.
Einsatz des Onlinetools Joules
Die Alfa-Laval-Experten können mit dem Onlinetool Joules Fluid-Handling-Geräte vergleichen und den Verbrauch von Energie, Wasser sowie Reinigungsmedien überprüfen. So lassen sich die Einsparpotenziale von Pumpen, Rührwerken, Ventilen und Tankreinigungsequipment aufzeigen und quantifizieren. Im Fall der Molkefiltrationsanwendung wurden bedeutende Einsparpotenziale beim Energieverbrauch und den damit verbundenen CO2-Emissionen sowie den Wartungskosten erkannt. Die Berechnungen ergaben, dass der Austausch der beiden bemängelten 110-kW-Pumpen gegen LKH-Zentrifugalpumpen von Alfa Laval den Energieverbrauch um mehr als 20 % von 186 auf 142 kW/h senken würde.




