Vor dem Hintergrund einer wachsenden Weltbevölkerung und dem damit verbundenen wachsenden Proteinbedarf gibt es weltweit einen Trend zu pflanzlichen Proteinen und damit eine Nachfrage nach Spezialmehlen. Für die Müllerei-Branche birgt dies viele neue Möglichkeiten. Der Proteinverschiebungsprozess hängt allerdings sehr stark von der Prozesssteuerung ab. Hosokawa Alpine hat jetzt die Möglichkeiten zur Prozesssteuerung erheblich verbessert.
Durch das Proteinverschiebungsverfahren von Hosokawa Alpine werden klassische Mehle wie Weizenmehl, aber auch Mehle aus Hülsenfrüchten durch Vermahlung und Sichtung in zwei Bestandteile getrennt: eine stärkereiche und eine proteinreiche Fraktion. Die im Mehl vorhandenen Stärke-Protein-Agglomerate werden mithilfe von Sichtermühlen bzw. Stiftmühlen im μm-Bereich zerkleinert und anschließend mittels Windsichtverfahren geteilt. Die Herstellung eines proteinreichen Mehls erfolgt so im Trockenprozess ohne die Verwendung von Wasser und stellt eine kosten-, umwelt- und ressourcenschonende Alternative zur Nassextraktion dar.
Intelligente Anlagensteuerung
Beim Proteinverschiebungsverfahren hängen die Maschineneinstellungen sehr eng mit der Qualität des Endproduktes zusammen. Kleinste Veränderungen an Mühle und Sichter beeinflussen die gewünschten Protein- und Stärkegehalte massiv. Oft sind diese jedoch erst nach einer Laboranalyse feststellbar. Für eine bessere Ausbeute und weniger Ausschuss bietet Hosokawa Alpine daher die Möglichkeit, Inline-Abweichungen im Prozess zu detektieren und diese gegebenenfalls automatisch an die Steuerung weiterzuleiten, um die Maschineneinstellung mithilfe einer Logik anzupassen. Der Produktionsmitarbeiter kann sich jederzeit die Trendkurve anzeigen lassen und ggf. manuell frühzeitig eingreifen.
Für die Feststellung von Partikelgrößenveränderungen werden Proben aus dem Produktstrom entnommen und mit dem Alpine Optisizer analysiert. Hohe Messgenauigkeit durch bewährte Lasertechnologie und leichte Bedienbarkeit machen den Optisizer zu einem wertvollen Hilfmittel für jede moderne Müllerei bei der Produktion von Spezialmehlen.
Die Inline-NIR-Messung (Nahinfrarotspektroskopie) ist eine weitere Möglichkeit, die Produktqualität sicherzustellen und schnell auf Rohstoffschwankungen zu reagieren. Dabei werden kontinuierlich Messungen direkt im Produktstrom durchgeführt, um Abweichungen im Proteingehalt festzustellen. Eine zeitnahe Prozesskontrolle und folglich eine Produktivitätssteigerung bei der Proteinverschiebung von diversen Hülsenfrüchten- und Weizenmehlen sind die Folge.
Optimierung via Software
Für die Überwachung und Auswertung von Maschinen- und Anlagendaten bietet Hosokawa Alpine die Software Alpine PIN (Process Information Network) an. Durch die Erfassung aller relevanten Prozessparameter, wie z. B. die Drehzahlen des Mühlenrotors und des Sichterrads, die Luftmenge, verschiedene Drücke, Schwingungen und Temperaturen, kann der Prozessablauf analysiert und optimiert werden. Die Alpine-PIN-Software wertet die genannten Prozessparameter statistisch aus und stellt sie grafisch dar. Durch die Erfassung von Ereignissen lassen sich mögliche Schwachstellen in der Anlage detektieren.




