Kunden, die regelmäßig in Reformhäusern einkaufen, kennen das Unternehmen Naturarten. Es vereint unter einem Dach Manufaktur und Naturschule. Seit Jahren beschäftigt man sich mit natürlicher, gesunder Ernährung und hat sich auf die Herstellung von Produkten mit gekeimten Samen wie Hanf, Buchweizen oder auch Mandeln spezialisiert. Erst beim Keimen werden Samen überhaupt verdaulich für den Menschen. Dadurch sind die Produkte von Naturarten besonders gut bekömmlich und auch für empfindsame Menschen geeignet.
Samen und Nüsse müssen zum Ankeimen gewässert und vor der Weiterverarbeitung wieder getrocknet werden. Aufgrund der hohen Schüttdichte und des hohen Schüttgewichts der angekeimten Samen gestaltet sich der Trocknungsprozess jedoch recht schwierig. Besondere Aufmerksamkeit verdienen auch Trocknungszeit und -temperatur, denn Samen sind sehr empfindliche Lebewesen, die schonend behandelt werden müssen.
Auf der Suche nach einem geeigneten Partner wurde das Bio-Unternehmen auf den Allgäuer Trocknungsanlagenbauer Harter aufmerksam. Er verfügt über ein hauseigenes Technikum und bietet dort die Möglichkeit, Versuchstrocknungen durchzuführen. Die dabei gewonnenen Prozessparameter bilden das Fundament für die weitere Anlagenkonzeption.
Die Zusammenarbeit mit Naturarten startete mit Versuchen zur Trocknung von Buchweizen. Aufgrund der positiven Versuchsergebnisse folgten weitere Testreihen mit Hanfnüssen und Hanfsamen. Da letztere aufgrund ihrer Dichte und ihres Ölgehaltes die größere verfahrenstechnische Herausforderung darstellten, entschieden sich beide Parteien für weitere Tests ausschließlich mit diesem Produkt. Die so gewonnenen Ergebnisse lassen sich in der Regel auch auf andere, einfacher zu trocknende Produkte anwenden.
Die ersten Technikumsversuche fanden in einem Container (890 x 980 mm) mit einer Nutzhöhe von 500 mm statt. Um die Durchlüftbarkeit der zu trocknenden Produkte zu testen, arbeitete man mit unterschiedlichen Schütthöhen. Dabei fand die Trocknungsluft nicht ihren Weg durch das Schüttgut. Die Trocknungsergebnisse waren inhomogen, unerwünschte Restfeuchte verblieb im Produkt.
Deshalb wurde der Container im nächsten Schritt mit einem sogenannten Krählwerk ausgestattet. Es bewegt die Hanfsamen während der Trocknung und sorgt so dafür, dass sie durchlüftet werden. Die Versuche wurden auf größere Chargenmengen ausgedehnt, die Trocknungstemperaturen variierten zwischen 40° und 60 °C.
Es zeigte sich, dass eine Trocknung bei 60 °C für die Hanfsamen ungeeignet ist. Es kam zu Geruchsentwicklung und Ölaustritt. Dennoch waren die Trocknungsergebnisse in dem mit einem Krählwerk ausgestatteten Container deutlich besser als bei den vorher durchgeführten Tests. Angesichts dieser vielversprechenden Ergebnisse schlossen Naturarten und Harter eine Vereinbarung über die Entwicklung einer Trocknungslösung für Lebensmittelschüttgüter.




