Thomas Federrath
„Wenn unser EDV-System ausfällt, können wir keine Bestellung mehr erfassen, keine Ware ausliefern und keine Laboruntersuchungen machen“, beschreibt der Leiter DV/Organisation eines deutschen Babynahrungsherstellers die Abhängigkeit seines Betriebs von einer funktionsfähigen Informationstechnologie. In dem Traditionsunternehmen gehen pro Jahr weit mehr als 100 000 Bestellungen ein, fast ausschließlich auf elektronischem Weg. Sowohl die gesamte Produktionsplanung wird über EDV gesteuert als auch einzelne Bereiche wie Buchhaltung, Warenwirtschaft, Personalverwaltung und Qualitätssicherung. Welche Folgen ein Systemausfall für ein Unternehmen haben kann, das sich eine hohe Reputation am Markt erarbeitet hat, lässt sich leicht nachvollziehen.
„Bis vor wenigen Jahren hatten wir für unser Rechenzentrum lediglich einen Zugangs- und Zugriffschutz sowie eine Rauch- und Feuermeldeanlage“, schildert der IT-Verantwortliche die damalige Sicherheitseinrichtung des Unternehmens für die Computersysteme. Und die hatte zu dem Zeitpunkt bereits ein höheres Niveau als die vieler Industrieunternehmen heute. Dennoch war man mit dem Standard nicht zufrieden: „Wir hatten keinen Schutz gegen Gefahren von außen, wie z. B. Feuer oder Löschwasser.“ Und so suchte man intensiv nach Möglichkeiten, das Sicherheitsrisiko zu minimieren. Dabei war ein externes Rechenzentrum, das bei einem Hardwarelieferanten installiert worden wäre, ebenso im Gespräch wie ein mobiles Rechenzentrum, das im Katastrophenfall innerhalb von 48 Stunden zur Verfügung gestanden hätte. „Jede dieser Lösungen war jedoch verhältnismäßig teuer“, berichtet der DV-Leiter. „Selbst das günstigste redundante System hätte pro Jahr über 50 000 Euro gekostet.“
Eine weitere Alternative lernte man schließlich bei einer Informationsveranstaltung in München kennen: „Für mich war das die Lösung: Maximaler Objektschutz zu einem akzeptablen Preis-Leistungs-Verhältnis bei gleichzeitig hohem Investitionsschutz“, resümiert der Leiter DV/Organisation des Unternehmens. Bei der Alternative handelte es sich um einen modularen IT-Sicherheitsraum von Lampertz. Der Raum besteht aus einzelnen feuersicheren Bauelementen, die löschwasser- und gasdicht miteinander verbunden sind. Aufgrund ihrer Flexibilität stellt diese Raum-im-Raum-Konstruktion nahezu keine Vorbedingungen an die Gebäudestruktur und kann praktisch überall realisiert werden. Darüber hinaus lässt sich die Sicherheitszelle flexibel montieren, zerlegen, erweitern oder verlegen – passt sich also verändertem Raumbedarf leicht an und kann bei einem Umzug sogar mitgenommen werden.
Neben ihrer Flexibilität erfüllt die Lösung aber auch sämtliche Sicherheitsanforderungen, die heute an IT-Standorte gestellt werden. So muss die IT-Infrastruktur grundsätzlich in einem eigenen Bauabschnitt untergebracht werden, der nach DIN 4102, F 90 ausgeführt ist. Da sich die DIN 4102 allerdings in erster Linie am Schutz von Menschen orientiert, reicht diese Maßnahme für die empfindlicheren Daten und Systeme bei weitem nicht aus. Deshalb muss man zusätzlich noch die Belastungsgrenzwerte für IT-Systeme gemäß der Euronorm EN 1047–2 einhalten. Diese Norm bestimmt, dass an einem IT-Standort die Temperaturerhöhung nicht größer als 50 Kelvin ist. Bei einer normalen Raumtemperatur von 20 °C darf die Hitze im Brandfall im Inneren des Rechenzentrums also nicht über 70 °C steigen. Gleichzeitig muss die Luftfeuchtigkeit geringer als 85% bleiben und unbedingt vermieden werden, dass Rauch und korrosive Brandgase zu den Daten und Systemen vordringen.




