Die Nahrungsmittelindustrie setzt auf flexible Roboterlösungen, um die Produktivität damit zu erhöhen und schnelle Produktwechsel zu ermöglichen. ABB hat für das Picken, Packen und Palettieren Standardzellen entwickelt, die sich durch ihren modularen Aufbau optimal in die Logistik der jeweiligen Herstellerbetriebe einpassen lassen. Kernstück jeder Lösung ist ein Roboter und die erprobte S4C-Steuerung. Diese ist multitasking- und busfähig und verfügt über eine einfache Mensch-Maschine-Kommunikation. Die S4C-Steuerung der Roboter basiert auf Vx-Works. Dies garantiert, dass keine Viren in das System eindringen können und gewährleistet eine wesentlich höhere Stabilität als bei Steuerungen auf Windows-Basis.
Speziell für das Marktsegment Konsumgüterindustrie sind der Industrieroboter IRB 640 für Aufgaben im Bereich Palettieren und der IRB 340 FlexPicker für Primär- und Sekundärverpackungsaufgaben ausgelegt – der IRB 340 ist für den Einsatz in der Nahrungsmittelindustrie auch in einer Wash-down-Version lieferbar. Daneben eignen sich noch weitere Ausführungen, vom kleinen IRB 140 bis zum großen IRB 7600 mit 500 kg Traglast für den Einsatz in der Nahrungsmittelindustrie.
Noch vor einigen Jahren wurden automatisierte Verpackungs- und Palettieranlagen auf Roboterbasis fast ausschließlich nur in Drei-Schicht-Betrieben implementiert. Durch preisgünstigere Roboter und den Einsatz von Standardlösungen ließen sich verstärkt auch kleinere Unternehmen, die nur im Ein- oder Zwei-Schicht-Betrieb arbeiten, von den wirtschaftlichen Lösungen überzeugen.
Setzten früher Lebensmittelbetriebe Roboter hauptsächlich zum Palettieren ein, so konnte in den letzten Jahren ein verstärkter Trend zum Picken und Packen registriert werden. Beispielsweise übernehmen bei der Schweizer Lebensmittelkette Migros seit einem guten halben Jahr zwei kleine ABB-Industrieroboter vom Typ IRB 140 die Verpackung von Raclette-Käselaiben in Transportgebinde. In einem Migros-Betrieb im Kanton Fribourg werden die Raclette-Verkaufseinheiten für die einzelnen Migros-Genossenschaften zubereitet.
Nach dem Zuschneiden der Käselaibe in Blöcke von 400 g bis 900 g werden die einzelnen Stücke in Folien verpackt, gewogen und etikettiert. Für den Transport zu den verschiedenen Genossenschaften werden die Racletteblöcke in Kunststoffgebinde gelegt. Die beiden IRB 140 erledigen seit Sommer 2002 diese Aufgabe.
Käseblöcke sind in ihren Abmessungen und Gewichten von Stück zu Stück zum Teil sehr unterschiedlich. Dies erforderte ein entsprechendes Greiferkonzept. Zudem wird der Roboteranlage alle 0,9 s ein neues Käsestück zugeführt – bis zu 4000 Stück in der Stunde. ABB lieferte Migros eine komplette Anlage aus Waage, Sortieranlage, zwei Robotern vom Typ IRB 140, einer Gebinde-Transportanlage und der kompletten Anlagensteuerung.




