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    Planetengetriebe im Kälteeinsatz
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    Technik

    Planetengetriebe im Kälteeinsatz

    Das Unternehmen Heinen Freezing aus Varel setzt in seinen Spiralfrostern Planetengetriebe von SEW-Eurodrive ein.
    Veröffentlicht
    10. Februar 2021
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Technik

    Heinen Freezing, ein Hersteller von industriellen Pasteurisier-, Gär-, Kühl- und Gefriersystemen, setzt in seinen Spiralfrostern Planetengetriebe von SEW-Eurodrive ein. Das Unternehmen mit Sitz im friesischen Varel profitiert nicht nur vom hohen Drehmoment und den kompakten Einbaumaßen der Getriebe, sondern auch von einem Baukastensystem, das hohe Produktverfügbarkeiten ermöglicht.

    Die im Jahr 1856 gegründete Heinen Freezing GmbH & Co. KG hat sich auf industrielle Spiralsysteme für das kontinuierliche Pasteurisieren, Gären, Kühlen und Gefrieren von Lebensmitteln spezialisiert. Das Unternehmen produziert sowohl Standardausführungen, die es kundenspezifisch modifiziert, als auch individuelle Lösungen. Die Anlagen werden weltweit vertrieben, beispielsweise nach Argentinien, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika sowie in die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate.

    Die Gefriersysteme des Unternehmens eignen sich unter anderem zum Kühlen und Frosten von Aufbackbrötchen. Geschäftsführer Jochen Hottinger erklärt das Verfahren: „Zunächst werden die vorgebackenen Brötchen bei Plusgraden gekühlt und anschließend bei -30 °C gefrostet, z. B. in einem Spiralfroster der Baureihe Arctic von Heinen Freezing. Durch das Einfrieren ist die Herstellung entkoppelt vom Verkauf und der Verbraucher erhält zu nahezu jeder Tageszeit frisch gebackene, ofenwarme Brötchen.“

    Das für die Fördertechnik des Spiralfrosters erforderliche Drehmoment liefert ein Planetengetriebe aus der Baureihe P der SEW-
    Eurodrive GmbH & Co KG. Die Baureihe deckt mit elf Baugrößen den Drehmomentbereich von 25 bis 630 kNm ab und wird somit dort benötigt, wo erhebliche Massen mit niedriger Drehzahl zu bewegen sind.

    Kompaktes Planetengetriebe

    Die wichtigste Anforderung, die Heinen Freezing an die Planetengetriebe der Spiralsysteme stellt, ist die Kombination aus
    einem sehr hohen Drehmoment und kompakten Einbaumaßen. Damit lässt sich das Getriebe auf kleinstem Raum unterbringen und im Servicefall leicht ausbauen. Die Getriebe laufen in den meisten Spiralsystemen mit geringer Geschwindigkeit, das heißt mit einer Umdrehung pro Minute.

    Die Arctic-Baureihe von Heinen Freezing gibt es in unterschiedlichen Bandbreiten, Etagenabständen, Layoutvarianten und Optionen für mittlere bis große Kapazitäten. In der Regel wird die Einfachturm-Ausführung gewählt, in Sonderfällen, wenn der Betreiber mehr Zeit zum Frosten benötigt oder die Raumhöhe zu gering ist, die Doppeltturm-Variante. Michael Tappe, bei Heinen Freezing verantwortlich für den Bereich
    Automatisierung, erklärt: „Egal in welches unserer Produkte wir ein Planetengetriebe einbauen, eine sehr spezielle Anforderung ist das breite Temperaturspektrum, dem die Getriebe darin ausgesetzt sind. Dieses reicht von -35 °C während des Betriebs bis zu +40 °C, die beim Reinigen der Spiralfroster anfallen.“

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    Lebensmitteltaugliche Schmierstoffe

    Die Planetengetriebe sind mit einer verstärkten Lagerung ausgestattet. Darüber hinaus ist ihre Abtriebswelle zur Übertragung der hohen Drehmomente über eine eigenentwickelte Mehrzapfenkupplung mit der Antriebswelle des Fördersystems verbunden. Das Getriebe dient dabei als unterer Lagerpunkt der Welle des Fördersystems. Es ist bei wechselnder Beladung des Fördergurts sowie bei bis zu 6 m hohen Antriebswellen hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt. Um den Anforderungen der Lebensmittelindustrie gerecht zu werden, baut SEW-Eurodrive einen gemeinsamen Ölraum für das Planetengetriebe und das Kegelradgetriebe der Vorstufe ein. So kann der
    lebensmittelverträgliche Schmierstoff H1, den das Unternehmen verwendet, einfach und vollständig entleert werden. Des Weiteren liefert der Bruchsaler Antriebsspezialist widerstandsfähige Lackierungen, die nicht abblättern.

    Komplettsystem aus einer Hand

    Das Know-how für diese Lösungen entwickelten Heinen Freezing und SEW-Eurodrive gemeinsam. Dazu Hottinger: „Es ist ein Prozess gewesen, in den immer wieder Erfahrungen sowohl von unserem Partner SEW als auch von uns eingeflossen sind. Die Optimierungen waren hauptsächlich auf die jeweilige Umgebung ausgerichtet, etwa auf die besonderen Temperaturbedingungen. Ferner wollten wir ein Komplettantriebssystem aus einer Hand haben.“

    „Durch das Zusammenspiel des Planetengetriebes mit dem direkt vorgeschalteten Getriebemotor erübrigen sich platzbeanspruchende und kostentreibende Kupplungen, Zwischenflansche und Adapterglocken.“,
    ergänzt Tappe. „SEW berät uns und legt gemeinsam mit uns, abgestimmt auf das betreffende Produkt, das Planetengetriebe hinsichtlich der Bandbreite der parametrierbaren Drehzahlen und der Durchlaufzeiten aus. Somit sind Schnittstellenprobleme ausgeschlossen.“

    Schneller und kompetenter Service

    Ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl eines Lieferanten ist für Tappe der Service. „SEW-Eurodrive steht für einen schnellen und kompetenten Support. Abgesehen davon sind die Produkte wenig störanfällig, sodass wir meist sogar ohne Service auskommen.“ Zur hohen Verfügbarkeit trägt laut Tappe auch das Baukastensystem des Herstellers bei, wodurch fast alle Anforderungen abgedeckt werden können.

    SEW-Eurodrive betreibt deutschlandweit fünf Servicestandorte. Außerdem steht ein täglicher 24-Stunden-Service bereit. Tappe weiß dies zu schätzen, zumal Mitarbeiter von Heinen Freezing schon einmal mit
    einem defekten Motor zu einem Servicestandort von SEW gefahren sind und der Motor dort sofort repariert wurde.

    Heinen Freezing setzt SEW-Produkte aber nicht nur für die Spiralfroster, sondern auch für das Speichersystem Packfrost zum Kühlen und Frosten von Kartons ein. In diesem Fall kommen Kegelradgetriebe zum Einsatz.

    SEW Eurodrive GmbH & Co. KG, Bruchsal

    Autor: Kai-Keng Man

    Produktmanager Industrie-Planetengetriebe,

    SEW-Eurodrive

    Autor: Gunthart Mau

    Referent Fachpresse,

    SEW-Eurodrive

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