Während traditionellen Bieren der Hopfen fast ausschließlich im heißen Würzekocher zugefügt wird, veredeln die Craft-Beer-Brauer den Geschmack insbesondere durch das Kalthopfen, also der Hopfenzugabe nach der Vergärung. Dabei gehen die Hopfenöle in Lösung und bleiben im Bier gebunden, was zu einem besonders intensiven Geruch und Geschmack führt – je nach dem eingesetzten Hopfen fruchtig, blumig bis grasig. Anders als manche annehmen könnten, hat das Hopfenstopfen nur wenig Einfluss auf die vorhandene Bittere.
Traditionell werden beim Kalthopfen Hopfenpellets bevorzugt, da sie gegenüber Doldenhopfen eine bessere Aromaausbeute bieten und leichter zu dosieren sind. Die Hopfenpellets werden in konventioneller Weise nach der Hauptgärung lose oder in einem Hopfensäckchen zugegeben und bleiben mehrere Tage in Kontakt mit dem Bier – danach kann nach Entnahme bzw. Sedimentation der Pellets das fertige Bier wie üblich abgefüllt werden.
Verstärkt die Aromaausbeute
Das traditionelle Verfahren des Hopfenstopfens ist also eher mühsam und zeitaufwendig – der Aromahopfen muss von oben in den Lagertank eingebracht werden, dann vergeht Zeit bis die Pellets zerfallen und dann muss der Hopfen aufwendig in der Schwebe gehalten werden. Viele Brauer nutzen deshalb bereits Pumpen und/oder Extraktionstanks, um den Kontakt zwischen Bier und Hopfen zu verbessern.
Um den Prozess der Kalthopfung effizienter zu gestalten, hat Fristam zusammen mit der Brauerei Ratsherrn in Hamburg den Hopfenmischer entwickelt – eine Kombination aus Mischelement und Pumpe. Er dient dazu, Hopfenpellets schnell, rohstoff- und energiesparend in das Grünbier einzuziehen, aufzubrechen und zu vermischen. Um den Eintritt von unerwünschtem Sauerstoff zu vermeiden, kann der Hopfen unter CO2-Atmosphäre und druckbeaufschlagt eingezogen werden. Ein Vorquellen der Pellets ist nicht mehr erforderlich.
Selbstansaugende Seitenkanalpumpe
Das Herz des Hopfenmischers besteht aus einer selbstansaugenden Seitenkanalpumpe und einem Rotationshomogenisator. Die Seitenkanalpumpe saugt das Grünbier aus dem Tank. Über ein Ventil wird der Hopfen direkt aus einem Einfülltrichter in den Flüssigkeitsstrom gezogen und im Rotationshomogenisator fein homogenisiert. Beim Ein-Tank-Betrieb erlaubt ein Bypass-System das anschließende Zirkulieren des Bieres, wobei der Hopfen weiter mit dem Bier vermischt wird, ohne das Bier mit unnötig hohen Scherkräften zu belasten.
Der Hopfenmischer eignet sich nicht zuletzt zur abschließenden Reinigung der Tanks. Eine separate CIP-Pumpe ist nicht zwingend erforderlich. Dabei wird der Hopfenmischer zeitgleich mitgereinigt. Ist dagegen die alleinige Reinigung der Pumpen erwünscht, kann im Hopfenmischer eine Reinigungslösung „im Kreis“ gefahren werden.




