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    Pneumatische Mehlförderung
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    Technik

    Pneumatische Mehlförderung

    Seit mehr als 50 Jahren nutzt die Milser Mühle in Bielefeld ölfrei verdichtende Gebläse der Aerzener Maschinenfabrik zur pneumatischen Förderung von Mehl.
    Veröffentlicht
    11. April 2016
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Technik

    Zunächst produzierte die Milser Mühle nur Futterschrot für die Tierfütterung, seit 1918 wird auch Getreide für die menschliche Ernährung gemahlen. Seit fünf Jahrzehnten erfolgt der innerbetriebliche Transport des Mehls pneumatisch durch Rohrleitungen. Als Förderlufterzeuger entschied man sich damals für ölfrei verdichtende Aerzen-Drehkolbengebläse der Baureihe Delta Blower, die mit ihrem Maximaldruck von 1000 mbar ausreichend dimensioniert waren. Bis heute kommen in diesem Bereich nur Aerzener-Aggregate zum Einsatz. Sie stammen allerdings – bedingt durch ihre lange Betriebszeit – inzwischen aus mehreren Generationen dieser Baureihe.

    In der Milser Mühle betreibt man die Aerzen-Aggregate mit einem Höchstdruck von 650 bis 750 mbar. Man würde zwar gerne mit einem höheren Druck arbeiten, aber der gewählte Druckbereich sorgt für eine längere Lebensdauer der Gebläse, Schleusen und Rohrleitungen – und hier ganz besonders der Rohrbögen.

    Aktuell arbeiten an der Mehlstraße in Bielefeld elf Drehkolbengebläse mit Antriebsleitungen von 4 bis 30 kW. Sieben dieser elf Aggregate stehen in nicht schallgedämmter Ausführung in einer zentralen Station und drei weitere schallgedämmte Anlagen in einem Nachbarraum. Die Version ohne Schalldämmhauben in der zentralen Station wurde bewusst gewählt, um Verschmutzungen durch Ungeziefernistplätze zu vermeiden.

    Die sieben nicht schallgedämpften Kompressoren führten jedoch zu zwei Problemen: In der Station entsteht zum einen eine erhebliche Abstrahlwärme und zum anderen eine bedeutende Geräuschentwicklung. Es musste also eine ausreichende Frischluftmenge für die Verdichtung und Kühlung der Aggregate bereitgestellt werden.

    Bei der Lösung des Problems nutzte man den Raumbelüftungsrechner, ein spezielles Online-Tool von Aerzen. Mit seiner Hilfe ermittelte man die benötigte maximale Zuluftmenge für Verdichtung und Kühlung, die Ventilatorleistung und die Größe der Maueröffnungen für die Zu- und Abluftkanäle. Kulissenschalldämpfer in den Zuluftkanälen lassen zwar die Luft in die Station einströmen, minimieren jedoch den in der Station entstehenden Geräuschpegel außerhalb des Gebäudes.

    Alle Produktionsbereiche hinter den Mühlen und vor der Reinigung arbeiten in der Regel von Montagmorgen bis Samstagvormittag, in Ausnahmefällen auch bis Sonntagmorgen, jeweils 24 Stunden rund um die Uhr. Eine zuverlässige und ausfallsichere Versorgung des Betriebes mit Förderluft ist deshalb sehr wichtig. Denn nur dann läuft der Mühlenbetrieb störungsfrei – eine wichtige Voraussetzung für die Einhaltung der mit den Kunden vereinbarten Liefertermine.

    Sicherheitshalber verfügt die Mühle für plötzlich eintretende Notfälle über Austauschgebläsestufen für nahezu alle hier arbeitenden Gebläsetypen. Der Riemenantrieb aller Aggregate begünstigt den schnellen Austausch einer defekten Stufe durch eigenes Personal. Alle Anlagen werden durch eigene Mitarbeiter nach vorgegebenen Laufzeitintervallen gewartet, sodass sich Wartungsverträge hier erübrigen.

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    Die in der Milser Mühle seit 50 Jahren eingesetzten Gebläse stammen aus mehreren Baureihen einschließlich der aktuellen Baureihe Delta Blower. Alle Aggregate liefern ölfreie Druckluft nach Klasse 0 (gemäß ISO 8573-1, zertifiziert durch TÜV). Sie überzeugen durch Zuverlässigkeit, Langlebigkeit, und ein intelligentes Bedien- und Wartungskonzept. Alle Gebläse werden komplett konfiguriert, parametriert und anschlussbereit mit einem integrierten Servicepaket mit Trichter und erster Ölfüllung geliefert.

    Bei der Konzeption der Delta Blower wurde bewusst auf Adsorptionsmaterial verzichtet. Weil interne Verunreinigungen deshalb ausgeschlossen sind, erfüllen die Aggregate eine wichtige Voraussetzung für den pneumatischen Transport von Schüttgütern in der Lebensmittelindustrie.

    Die Aggregate der Baureihe Delta Blower mit dreiflügeliger Gebläsestufe stehen in 16 Baugrößen von DIN 50 bis DIN 400 für Ansaugvolumenströme von 30 bis 15 000 m3/h (Antriebsleistungen von 1,5 bis 132 kW), für Überdrücke bis 1000 mbar und für Unterdrücke bis -500 mbar zur Verfügung. Die sehr robusten Gebläsestufen sind zwischen 25 und 100 % stufenlos regelbar. Sie erzeugen absolut ölfreie Förderluft gemäß ISO 8573-1 Klasse 0. Ein integriertes Leistungsteil – es besteht aus einem Frequenzumrichter, Stern-Dreieck-Schalter, Direkt-Softstarter und Aertronic-Steuerung – ist optional lieferbar. Durch hohe Energieeffizienz und minimalen Wartungsaufwand konnten die Lebenszykluskosten weiter gesenkt werden. Außerdem sind die Aggregate der Baureihe Delta Blower ca. 6 bis 8  dB leiser.

    Das Anschlussgehäuse verfügt über ein Druckventil nach PED-Richtlinie 97/23/EG mit eingebauter Rückschlagklappe. Die Aggregate können platzsparend ohne Zwischenräume aufgestellt werden. Alle wichtigen Wartungs- und Bedienpunkte liegen an der Frontseite, alle Verschleißteile sind einfach zugänglich. Die Ölkontrolle kann bei laufender Maschine von außen erfolgen. Öl- statt fettgeschmierte Lager erhöhen die Lebensdauer der Gebläse.

    Ein auf der Gebläsewelle montierter Lüfter reduziert die Kosten für Verkabelung und Einbindung in eine SPS-Steuerung. Aerzen setzt bis Motorenbaugröße 315 standardmäßig energieeffiziente Motoren der Klasse IE3 ein, die auf einer Wippe montiert sind. Der Keilriemenantrieb ermöglicht eine optimale Volumenstromauslegung, nachträgliche Leistungsanpassungen sind deshalb einfach und schnell möglich. Ein Nachspannen der Keilriemen entfällt selbst nach längerer Betriebszeit. Die Delta-Blower-Aggregate sind gemäß der europäischen Maschinenrichtlinie 94/9/EG speziell für den Saug- und Druckbetrieb ausgelegt und erfüllen die Anforderungen in den Kategorien 2 und 3 für Gas- und Staubzonen (gültig für die Nennweiten DN 50 bis DN 250). Sie sind optional auch in Atex-Ausführung lieferbar.

    Halle 4, Stand 271

    www.prozesstechnik-online.deSuchwort: dei0416aerzenermaschinenfabrik

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