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    Pozenziale digitaler Technologien nutzen
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    Technik

    Pozenziale digitaler Technologien nutzen

    Die Kombination aus innovativen Technologien und flexibler Finanzierung bietet Unternehmen einen nachhaltigen Weg zur Digitalisierung ihrer Prozesse.
    Veröffentlicht
    27. Oktober 2022
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Technik

    Technologische Spitzenleistungen reichen nicht aus, um die Lebensmittel- und Getränkeindustrie fit für die Zukunft zu machen. Erst die Kombination aus innovativen Technologien und flexibler Finanzierung bietet Unternehmen einen nachhaltigen Weg zur Modernisierung, Automatisierung und Digitalisierung ihrer Prozesse.

    Energieverbrauch, Kosten und CO2-Ausstoß runter, Effizienz, Produktivität und Rentabilität rauf – das Grundrezept zur Krisenfestigkeit ist simpel. Für die Umsetzung gilt das leider weniger, auch wenn eine neue Generation digitaler Technologien Lebensmittel- und Getränkeherstellern in die Lage versetzt, alle Datenpunkte ihrer Anlagen und Kontrollsysteme miteinander zu vernetzen und so einen ganzheitlichen Überblick über die Performance einer Fabrik zu erhalten. Durch die Vernetzung können Probleme und Effizienzlücken schneller erkannt und kontinuierliche Verbesserungen bis hin zu einer weitergehenden Automatisierung der Produktionsabläufe angestoßen werden.

    Potenziale der Digitalisierung nutzen

    Der Weg zu mehr Effizienz, höherer Flexibilität und nachhaltiger Kostensenkung in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie führt folglich über eine durchgängige Digitalisierung der Produktion. Denn nur, wenn alle Prozesse optimal ineinandergreifen und alle Anlagenteile zuverlässig miteinander kommunizieren, können sie mehr produzieren und gleichzeitig Ressourcen schonen. Mit der optimalen technischen Ausstattung lassen sich aufkommende Probleme im Produktionsprozess schneller lösen, definierte Prozessparameter besser einhalten, Rohstoffverluste und der Energieeinsatz minimieren und die Kosteneffizienz sowie die Produktivität steigern.

    Gerade bei überschaubaren Gewinnspannen können selbst relativ kleine Verbesserungen in den genannten Bereichen signifikante Beiträge zur Verbesserung des Betriebsergebnisses leisten. Für viele Unternehmen stellt sich jedoch die Frage, wie sie trotz unsicherer Märkte mit Optimismus in technologische Verbesserungen investieren können. Dass sie eigene Mittel weiterhin nur zurückhaltend einsetzen, behindert zusätzlich die notwendigen Investitionen in Technologie und digitale Lösungen.

    Dabei drängt die Zeit, wie eine kürzlich von Siemens Financial Services (SFS) durchgeführte Studie zeigt. Ihr zufolge schließt sich das Zeitfenster zur Verschaffung von Wettbewerbsvorteilen durch Investitionen in die Digitalisierung immer mehr. Der „Wendepunkt” liegt in etwa fünf Jahren. Ab dann werden Unternehmen zu Nachzüglern und müssen mit einer mühsamen Aufholjagd beginnen.

    Flexible Finanzierung als Schlüssel

    Was können Technologieanbieter und Finanzierer tun, um Lebensmittel- und Getränkeherstellern zeitnah Investitionen in Digitalisierung und Automatisierung zu erleichtern?

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    Aus Sicht von Siemens sind dazu Lösungen gefragt, die Unternehmen eine schrittweise und betriebswirtschaftlich gesehen „sanfte“ Digitalisierung und Automatisierung ermöglichen und zu diesem Zweck ein darauf abgestimmtes Konzept für eine intelligente Finanzierung beinhalten. Im Idealfall ermöglicht eine derartige Finanzierung die Anschaffung von Technologie und Ausrüstung auf eine Weise, die finanziell nachhaltig und auf die spezifischen Geschäfts- und Cashflow-Bedürfnisse der investitionswilligen Unternehmen zugeschnitten ist.

    Das klingt logisch, setzt den Finanzierer aber gehörig unter Druck: Denn damit eine Finanzierungslösung ein solches Maß an Nachhaltigkeit und Anpassung sowohl an branchentypische als auch an kundenindividuelle Anforderungen bieten kann, muss ihr Anbieter über tiefe Einblicke in die Welt der Lebensmittel- und Getränkeindustrie verfügen. Er muss die dort eingesetzten Technologien, die Märkte, die Anwendungen und die Wettbewerbssituation kennen – und das dürfte nur auf wenige spezialisierte Finanzierungsanbieter zutreffen.

    Finanzierung durch Einsparungen

    Auf Basis dieser Kenntnisse passen diese spezialisierten Anbieter den Finanzierungszeitraum und die Finanzierungsbedingungen an den voraussichtlichen Nutzen an, der aus der Technologie erwächst. Einsparungen oder Gewinne aus dem Zugang zu der Technologie werden zur Finanzierung der monatlichen Zahlungen verwendet, wodurch die Technologie für den Anwender vom Start weg kostenneutral werden kann. Künftige Einsparungen werden effektiv zur Finanzierung der aktuellen Investition genutzt, ohne dass Kapital gebunden werden muss.

    Häufig werden zudem auch die Nebenkosten, wie z. B. für die Wartung, in einer gebündelten monatlichen Zahlung abgedeckt. Um rasche Kauf- und Implementierungsentscheidungen zu ermöglichen, kann der Finanzierer zudem eine Rahmenvereinbarung anbieten, die eine schrittweise Digitalisierung optimal begleitet.

    Weil die Zeiträume für technologische Innovationen und Aufrüstungen immer kürzer werden, sollten Finanzierungen die Flexibilität bieten, das Equipment bereits während des Finanzierungszeitraums an neue Anforderungen und Entwicklungen anzupassen. Bei solchen Upgrades werden die Technologieplattformen mit neuer Hard- und/oder Software modernisiert. Kompetente Finanzierer können dabei auch das Softwareelement in ein Gesamtfinanzierungspaket einbeziehen.

    Aussetzung der Ratenzahlung

    Auch ein Wechsel von Technologie- oder Produktionsplattformen birgt Herausforderungen, die der richtige Finanzierer abfedern kann – etwa durch eine Aussetzung der Ratenzahlung, bis die neuen Systeme tatsächlich produktiv sind und Erträge erwirtschaften.

    Vorteilhaft ist zudem eine enge Beziehung zwischen Finanzierungs- und Technologieanbieter. SFS nutzt diese enge Beziehung, um Käufern von Siemens-Produkten maßgeschneiderte Vereinbarungen wie verlängerte Zahlungsziele von bis zu 180 Tagen (Extended Payment Terms) anzubieten. Ein weiterer Vorteil ist die Bankenunabhängigkeit, die spezialisierte Finanzierer wie SFS bieten. Betriebe erhalten so Zugang zu zusätzlichen Finanzmitteln ohne Auswirkungen auf bestehende Bankkreditlinien. So entsteht wirtschaftliche Bewegungsfreiheit für Vertriebsinitiativen, die Einstellung von Fachkräften oder Logistikmaßnahmen.

    Die Nutzung flexibler Finanzierungsmodelle versetzt Unternehmen in die Lage, nicht nur ihre Zahlungen entsprechend dem Liquiditätsprofil anzupassen, sondern auch garantierte Zinssätze über den gesamten Finanzierungszeitraum festzuschreiben. Die Zahlungen können zudem gegebenenfalls an strategischen Zielen wie Abfallreduzierung, Produktivitätssteigerung, Energieeffizienz usw. ausgerichtet werden. Und last, but not least hilft flexible Finanzierung dabei, kurzfristige Steuervergünstigungen und Abschreibungen zu nutzen und frei zu gestalten.

    Siemens Financial Services GmbH, München

    Autor: Klaus Meyer

    Leiter Commercial-Finance-Geschäft,

    Siemens Financial Services

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