Mit Produktionsstätten in 13 Ländern und mehr als 18 000 Mitarbeitern ist Arla Foods mit Hauptsitz im dänischen Viby nahe Aarhus die drittgrößte Molkereigenossenschaft weltweit. Allein im Jahr 2012 verarbeitete der Spezialist für Molkereiprodukte rund 10,4 Mrd. kg Milch – einen Großteil davon zu Käse, den das Unternehmen über sein globales Vertriebsnetz unter den Marken Arla, Lurpak und Castello in über 100 Länder liefert. Eine der größten Käsereien von Arla Foods liegt im dänischen Taulov. Ca. 50 000 t pro Jahr eigener Schnittkäse wie Höhlenkäse, Klovborg, Gold Danbo und Gudrun, sowie zugekaufte Produkte wie foliengereifter Gouda und Edamer, werden in diesem Werk verarbeitet. Und die Produktion wächst mit jedem Jahr weiter.
Angesichts der Vielfalt unterschiedlicher Käsesorten, die in Taulov täglich produziert, geschnitten, verpackt und schließlich an die Kunden geliefert werden müssen, setzt man bei Arla zunehmend auf die Automatisierung der Produktionsabläufe. Das gilt insbesondere für den Bereich, in dem der fertig gereifte Käse geschnitten und portioniert wird. Der Schnitt ist ein Schlüsselbereich in jeder Käseproduktion. Funktioniert hier nicht alles reibungslos, hat das sofort negative Auswirkungen auf den Rest der Produktion. Außerdem ist beim Schneiden hohe Präzision gefragt: Der Käse muss auf das Gramm genau portioniert werden, sonst beschneidet die Käserei buchstäblich ihren eigenen Gewinn. Umgekehrt kann eine Käserei durch den Einsatz moderner Schneidetechnik signifikante Effizienzgewinne im Hinblick auf Produktion, Personal, Kosten und Qualitätsmanagement realisieren.
Überlegungen wie diese überzeugten auch Arla davon, ihre Produktion in Taulov mit zwei neuen, vollautomatisierten Hochleistungsschneidelinien von Alpma auszustatten. Dabei wollte Arla nicht nur alle Arbeitsschritte vom Entpacken der Käseblöcke bis hin zum finalen Portionieren des Käses voll automatisieren, sondern auch im Hinblick auf die Verarbeitung unterschiedlicher Käsesorten maximal flexibel bleiben. Eine Anforderung lautete, sowohl naturgereiften als auch foliengereiften Käse verarbeiten zu können. Zudem sollten Arbeitsschritte, die bislang manuell von Mitarbeitern durchgeführt wurden, künftig von den Maschinen in der Linie übernommen werden. Dies galt insbesondere für das „Aufbügeln“ von Papiervliesetiketten auf die zu verarbeitenden Käseblöcke – eine Besonderheit in der Arla-Produktion, die bei naturgereiftem Markenkäse mit Wachsschicht angewandt wird. Bislang wurde dieser Zwischenschritt des Aufbügelns von einem Mitarbeiter mit einem klassischen Bügeleisen durchgeführt. Ein zeitaufwendiges und bei den Arla-Mitarbeitern wenig beliebtes Verfahren.
Auch deshalb war es ein erklärter Wunsch des Unternehmens, diesen Zwischenschritt künftig direkt in die Schneidelinie einzubinden und voll zu automatisieren. Der Haken dabei: Ein solches „Bügelmodul“ existierte bislang gar nicht. Deshalb wurde von Alpma speziell für die Arla-Schneidelinie eine solche Maschine entwickelt. Keine leichte Aufgabe: Rund neun Monate dauerte es von der ersten Analyse der für das Aufbügeln nötigen Schritte bis zur fertig entwickelten „Bügelmaschine“. Das Ergebnis allerdings erfüllt alle Erwartungen. Den Alpma-Entwicklern gelang es, eine Maschine zu entwickeln, die vollautomatisiertes Aufbügeln ermöglicht und zugleich den Verarbeitungsprozess deutlich beschleunigt. Gegenüber dem manuellen Aufbügeln lassen sich nun rund doppelt so viele Käseblöcke verarbeiten. Die Maschine – kurz IM für „Ironing Machine“ genannt – übernimmt vom passenden Zuschneiden und Auflegen des Zuschnittes, das nun von einer Rolle kommt, bis zum Aufbügeln alle Arbeitsschritte.




