Um in ihren Silos und Prozessbehältern die Grenzstände bestimmen und den Inhalt kontrollieren zu können, begab sich eine Zuckermühle aus Guatemala auf die Suche nach geeigneter Messtechnik. Die Anlage verarbeitet Rohrzucker hauptsächlich zu Haushaltszucker, darunter Flüssigzucker und Kristallzucker bzw. Raffinade in verschiedenen Körnungen, außerdem Weißzucker und Muskovade. Die Zuckermühle beliefert die gesamte Region Latein- und Zentralamerika. Außerdem exportiert sie ihre Waren in die EU. Für die lokalen Märkte sowie für Honduras, El Salvador und Mexiko ist sie Hauptlieferant für verarbeitete Zuckerendprodukte.
Berührungsloser Radarsensor
Zur kontinuierlichen Füllstandmessung in Lagersilos setzen Anwender neben Loten häufig Radarsensoren ein. Sie messen Distanzen bis zu 100 m und lassen sich durch ihre hohe Sensibilität sowohl für grobkörnige als auch für sehr feine Schüttgütern verwenden.
Die Zuckersilos der Zuckermühle in Guatemala fassen mit 15 m Höhe 86 000 kg Material. Zudem ändert sich der Zuckerstand teilweise schnell und muss zuverlässig in einer Voll- sowie Leermeldung erfasst werden. Dementsprechend hoch waren die Anforderungen an die Messtechnik. Entschieden hat sich der Zuckerproduzent für den berührungslosen Radarsensor Nivoradar NR 3000 von UWT. Das Gerät arbeitet mit 78 GHz, verfügt über einen verstellbaren Flansch und sendet sein hochfrequentes Signal mit einer sehr engen Strahlkeule von nur 4° aus. Letzteres wird vom Kristallzucker reflektiert und wieder vom Sensor empfangen. Die Frequenzdifferenz, die direkt proportional zum Abstand resultiert, wird dann weiter verarbeitet und als Füllstandsignal ausgegeben.
Die extra schmale Strahlkeule ermöglicht den Einsatz in engen, hohen Silos und erleichtert den Einbau und die Platzierung des Sensors. Über den Verstellflansch lässt sich das Radar optimal ausrichten und die Strahlkeule so auf einen gewünschten Punkt fixieren, zum Beispiel auf den Siloaustrag.
Durch das robuste Edelstahlgehäuse behauptet sich der NR 3000 in unterschiedlichen industriellen Anwendungen, selbst bei der Detektion schwieriger Medien. Dazu zählt teilweise auch Zucker, da er, je nach Konsistenz der Sorte, an Messsensoren anhaften kann und so das Messergebnis verfälscht. Das wiederum kann sich auf den gesamten Weiterverarbeitungsprozess auswirken, wenn es zu Siloüberläufen oder zu einem Verstopfen der Filter am Silodach kommt. Hier kann der Einsatz berührungsloser Technik seine Vorteile ausspielen. Zudem lässt sich die Linsenantenne mithilfe eines integrierten Luftspülanschlusses reinigen. Auch bei Kondensatbildung sorgt der Spülanschluss für eine funktionssichere Messung. Das Gerät arbeitet mit einer Zweileitertechnik und kann von Anwendern über ein lokales Programmiergerät mit Display und einem Schnellstartassistent einfach in Betrieb genommen werden. Der freistrahlende Radarsensor ist komplett staubdicht und liefert zuverlässige Messergebnisse bei Prozesstemperaturen bis +200 °C.




