Durch die vollständige Modernisierung der Prozesssteuerung für die Schaumweinerzeugung geht das Unternehmen F.lli Gancia einen weiteren Schritt in Richtung Connected Enterprise. Dabei setzt das Unternehmen auf die Automatisierungsplattform Plantpax von Rockwell Automation.
Gancia ist mit einer jährlichen Produktion von 25 Mio. Flaschen eine bedeutende Größe des italienischen Weinbaus und eine international renommierte Marke. Als Teil einer Modernisierungsinitiative ergab sich die Notwendigkeit eines neuen Prozessleitsystems für die Schaumweinerzeugung. Gancia entschied sich für Rockwell Automation als Anbieter der Steuerungs- und Automatisierungssysteme sowie für Progecta als Systemintegrator für die Implementierung.
Ein besonderer Schwerpunkt für Gancia ist die Schaumweinerzeugung, die 80 % der Produktion ausmacht. Gancia hat dafür nach einer hochmodernen Lösung gesucht, um die Fehler und Risikomargen sowohl in der Test- als auch in der Endphase der Produktion zu minimieren. Da die nächste Weinlese unmittelbar bevorstand, wurde innerhalb von nur zwei Wochen das Prozessleitsystem Plantpax basierend auf einer EtherNet/IP-Netzwerkarchitektur implementiert.
Kniffliger Prozess
Bei Gancia werden zur Herstellung von Wein vier verschiedene Keller genutzt: ein Keller für Basisweine, wo die Moste gelagert und verarbeitet werden, einer für die traditionelle Methode, ein weiterer für die Wermutweine und der Vierte für die Schaumweine, die nach der „Charmat-Methode“ oder Großraumgärung erzeugt werden. Hier entstehen jährlich rund zwanzig Millionen Flaschen Schaumwein und Moscato.
Die Schaumweinherstellung ist ein kritischer Prozess, da sie eine Reihe von Phasen und Schritten in unterschiedlichen Autoklaven umfasst, bei denen die grundlegenden Parameter wie Druck und Temperatur streng überwacht werden müssen. Die „Schaumbildung“ des Asti-Schaumweins benötigt zehn Tage, die des Moscatos hingegen nur fünf Tage.
Je nach Verarbeitungsstufe werden die Weine innerhalb dieser Zeit in Autoklaven gelagert, bei denen im Vorfeld Waschzyklen von mindestens 20 Minuten durchgeführt wurden. Der Wein wird eingeleitet und zur Fermentation zusammen mit Hefekulturen im Autoklav gelagert, bis er einen Alkoholgehalt von ungefähr 7,2 bis 7,3 % für Schaumwein und 5 % für Moscato sowie einen Druck von 5 bar im Tank aufgebaut hat. Sobald die optimalen Werte erreicht sind, erfolgt eine Cross-Flow-Filtration. Der Wein wird abgekühlt und in Containern bei einer kontrollierten Temperatur von 0 °C gelagert. Während dieser Stabilisierungsphase erfolgt die Zugabe des Weinsteins. Nach einer Mikrofiltration wird der Wein vor der Abfüllung in Flaschen in Weinlagertanks umgefüllt.




