Wolfgang Pfau
Mit der BRC/IoP-Zertifizierung hat colordruck die bereits vorhandenen Qualitätssicherungssysteme um einen weiteren wichtigen Baustein ergänzt. Nachdem der Mittelständler bereits 1993 nach der Norm DIN EN ISO 9001 (Qualitätsmanagement) zertifiziert wurde, konnte man im Jahr 2002 einen dreifachen Erfolg erzielen: Die Baiersbronner bestanden die Zertifizierung nach den Normen DIN EN ISO 9001:2000 (Qualitätsmanagement) sowie DIN EN ISO 14001 (Umweltmanagement) und erhielten die Bestätigung für ein Hygienekonzept nach HACCP in der kompletten Produktion gemäß dem Artikel 3 (2) der Richtlinie 93/43/EWG und §4 der Verordnung über Lebensmittelhygiene (LMHV).
Die Zertifizierung nach BRC/IoP bedeutet für colordruck eine entscheidende Erweiterung des bereits vorhandenen, produktorientierten HACCP-Systems. Damit verbunden ist eine deutliche Verbesserung des hausinternen Vorsorgekonzepts für Packmittel, was letztendlich für den Kunden eine erkennbare Steigerung der Produktsicherheit bedeutet.
Erstellt wurde die 2001 in Kraft getretene, weltweit anerkannte Hygienerichtlinie vom British Retail Consortium (BRC), dem britischen Handelsverband, in Zusammenarbeit mit dem Institute of Packaging (IoP). Welchen Einfluss der britische Handelsverband ausübt, belegt die Tatsache, dass er ca. 90 % des Einzelhandels- und ca. 60 % des Lebensmittelumsatzes in England organisiert. Die strengen Auflagen der BRC/IoP-Richtlinie stellen insbesondere für Packstoff- und Packmittelhersteller, die die Nahrungs- und Genussmittelindustrie beliefern, eine enorme Herausforderung dar.
Die branchenspezifische Hygienerichtlinie ist in zwei Anforderungsprofile, dem Standard A und B aufgeteilt. Dabei stellt Standard B deutlich strengere Hygieneanforderungen an die Hersteller von Packmitteln und konzentriert sich auf Primärverpackungen (kommen direkt mit dem Lebensmittel in Berührung). Colordruck stellt verschiedene Faltschachtelzuschnitte und Sleeveverpackungen her, die direkt mit dem Lebensmittel in Berührung kommen. Vor diesem Hintergrund war klar, dass Standard B der BRC/IoP-Richtlinie eingeführt und umgesetzt werden musste. Beispielsweise stellt colordruck unter strengen hygienischen Bedingungen einen Zuschnitt für die Verpackung von Schokoladenküssen her. Auf der Verpackungsinnenseite befindet sich eine Goldfolienkaschierung. Äußerlich besticht die Verpackungslösung durch eine Goldfolienprägung, eine mehrstufige Hochprägung und eine UV-Lackierung. Auch für Instantkakaopulver hat colordruck eine entsprechende Verpackungslösung im Programm: Unter Anwendung spezieller Veredelungsprozesse hergestellte Sleeve-Zuschnitte, die dem Anwender eine hohe hygienische Sicherheit bieten.
Bereits im Januar 2004 begann man alle innerbetrieblichen Abläufe, Prozesse und Vorgehensweisen kritisch zu prüfen. Die Risiken möglicher hygienischer Verunreinigungen wurden beurteilt und bewertet. Ein so genannter Hygiene-Aktivitätenplan wurde erstellt und verabschiedet. Es galt, dieses Maßnahmenpaket, in dem alle Aufgaben, Prioritäten, Zuständigkeiten und Endtermine zusammengefasst waren, bis zum Audit umzusetzen. Hierzu gehörte zunächst die umfassende Überarbeitung der Unternehmensziele und der Unternehmenspolitik. Es folgte die Überprüfung des gesamten Gebäudekomplexes und Geländes auf relevante Schäden oder Beeinträchtigungen. Ferner wurden die Hygienepläne für den Maschinenpark überarbeitet und – wenn notwendig – neu gefasst.




