Profi- oder Amateursportler nutzen Molkenproteinpulver oder Proteinpulver auf Pflanzenbasis, um ihren Muskelaufbau anzukurbeln. Auch beim Abnehmen sollen Proteinpulver helfen. Mit Wirbelschichtverfahren lassen sich die Eigenschaften dieser multifunktionellen Produkte verbessern.
Molkenproteinpulver, auch als WPC (Whey Protein Concentrate) bekannt, wird seit Langem in der Sportlerernährung eingesetzt und gewinnt auch als Nahrungsergänzungsmittel zunehmend an Bedeutung. Molkenproteine werden vom Körper schnell resorbiert und stehen dem Muskel bereits nach kurzer Zeit zur Verfügung.
Ursprünglich war Molke ein wertloses Nebenprodukt und wurde häufig ungenutzt vernichtet. Das hat sich verändert, seit man erkannt hat, dass sich daraus marktfähige Produkte entwickeln lassen. Denn in Molke stecken noch viele wertvolle Inhaltsstoffe. Das Abfallprodukt der Käseherstellung enthält ungefähr 15 % Protein, 10 % Mineralstoffe wie Calcium und Phosphat, Enzyme sowie die Aminosäuren Cystein und Tryptophan. Cystein gilt als Radikalenfänger, Tryptophan kurbelt die Bildung des „Glückshormons“ Serotonin an.
Molkenproteinpulver entsteht durch verschiedene Konzentrations- und Filtrationsschritte. Zu einem pulverförmigen Endprodukt gelangt man häufig durch einen Trocknungsprozess im Sprühturm. Jedoch sind diese Pulver meist schwer löslich und eignen sich ohne eine weitere Aufbereitung nicht als instantlösliches Getränkeprodukt. Auch bei der Verwendung in Gesundheitsprodukten ist eine verbesserte Dosierbarkeit der Pulver ein großer Vorteil.
Definierte Partikeleigenschaften
Gerade die Löslichkeit der Proteinpulver lässt sich durch effektive Wirbelschichtverfahren gezielt beeinflussen. Dies geschieht entweder schon direkt bei der Trocknung der flüssigen Phase durch einen sogenannten Sprühgranulationsprozess in einer dafür konzipierten Wirbelschichtanlage oder durch anschließende Prozesse wie Agglomeration mit gleichzeitiger Lecithinierung des Pulvers. Mit den verschiedenen Prozessen, die einzeln oder in Kombination durchgeführt werden können, lassen sich sehr gezielt Partikelgröße und -eigenschaften definieren. Es entstehen Granulate oder Agglomerate, die zahlreiche Vorteile bieten. Beispielsweise sind sie schneller löslich, lassen sich genauer dosieren, haben ein verbessertes Absinkverhalten und sind mischungs- und lagerstabil sowie staubarm.
Das passiert in der Wirbelschicht
Eine Wirbelschicht bildet sich aus, wenn Pulver oder Granulate von einem Luft- oder Gasstrom mit einer bestimmten Luftgeschwindigkeit durchströmt werden. Die Produktschicht gerät dabei in intensive Bewegung und verhält sich wie eine Flüssigkeit. Die gesamte Partikeloberfläche ist rundum zugänglich, sowohl für Trocknungsluft als auch für aufgesprühte Flüssigkeiten, Emulsionen oder Suspensionen. Durch eine geeignete Prozessführung lassen sich poröse Agglomerate mit Himbeerstruktur oder kompaktere Zwiebelschalengranulate mit genau definierten Eigenschaften herstellen. Die Prozesse gehen oft ineinander über und sind zum Teil miteinander kombinierbar, um bestimmte Funktionalitäten zu erreichen.




