Doris Jessen
Ob am häuslichen Herd oder in der Großküche: Die Speiseöle von Brökelmann sorgen für kulinarischen Hochgenuss beim Braten, Frittieren oder im Salat. Bekannt sind vor allem die Raps-, Sonnenblumen-, Distel- und Maiskeimöle der Marke Brölio. Das bereits 1845 gegründete Unternehmen gehört im Bereich der in Pet-Behältern abgefüllten Ware zu den Marktführern. Es beschäftigt heute rund 150 Mitarbeiter und verarbeitet ca. 550 000 t Saat pro Jahr.
In Anbetracht der aktuellen Marktsituation nachwachsender Rohstoffe, in der die Verfügbarkeit von Ölen für den Lebensmittelgebrauch immer enger wird, wird es auch für Brökelmann zu einer zunehmenden Herausforderung, seine Marktpräsenz zu behaupten: „Der Einkäufermarkt ist sehr eng, Saat und Öl sind teurer geworden. Wir setzen daher auf optimale Kundenbeziehungen durch zuverlässige und vor allem schnelle Lieferung und medienbruchfreie Geschäftsprozessabwicklung von der Auftragsannahme bis zur Rechnungsabwicklung. Und das können wir nur auf der Basis einer modernen ERP-Software erreichen“, erklärt Michael Simon, Leiter EDV/IT-Organisation bei Brökelmann.
Brökelmann gehört in Sachen ERP zu den Pionieren: Bereits in den 70er-Jahren entwickelte das Unternehmen ein proprietäres System, das seitdem immer wieder modernisiert wurde. Irgendwann war der Punkt erreicht, an dem Brökelmann zu dem Entschluss kam, dass eine Standardlösung sinnvoller und vor allem kostengünstiger ist. Insbesondere die in der Lebensmittelbranche so wichtige Chargenrückverfolgung sollte durchgängig in einem System möglich sein. Dazu gehört auch, Belege in der Fertigung und an den Warenausgabestellen scannen zu können und diese revisionssicher zu archivieren. Zunehmend wichtig für die optimale Geschäftsprozesssteuerung war Brökelmann auch, zeitnah über alle Abläufe informiert zu sein, ob zum Beispiel Lieferungen bereits zum Kunden unterwegs sind, oder welche Chargen als Retouren zurückgenommen werden müssen. Hierüber stets aktuelle Informationen zu haben und auskunftsfähig zu sein, vertieft die Geschäftsbeziehung zum Kunden. All diese Anforderungen hätte eine Eigenlösung nicht erfüllt.
Nach umfangreicher Suche entschied sich Brökelmann für Fix ERP des SAP-Partners Steeb. Hierbei handelt es sich um eine SAP-ERP-basierende Unternehmenssoftware, die für den Mittelstand vorkonfiguriert ist. Mit der Systemeinführung wurde ebenfalls Steeb beauftragt.
Steeb Fix ERP wird mithilfe eines methodischen Beratungsansatzes kundenindividuell zugeschnitten. Die Lösung umfasst die Standardprozesse eines mittelständischen Unternehmens in Finanzwesen und Controlling, Lager- und Fertigungssteuerung, Ein- und Verkauf. Zusätzlich zu den Kernmodulen sollten auch das Vertriebsinformationssystem (VIS), Materialmanagement (MM), Qualitätsmanagement (QM) und Produktionsplanung und Information (PP-PI) aus SAP ERP eingeführt werden. Darüber hinaus wurde IBM beauftragt, die für das Projekt notwendige Serverhardware sowie die Verpackungs- und Versandlogistik zu implementieren. Komplettiert wurde das Dienstleisterteam durch die OSC, die für die Schnittstellenprogrammierung und die Einführung der Vertriebskomponente verantwortlich zeichnete.




