Ein pH-neutrales Desinfektionsmittel unterbindet im Tunnelpasteur bereits bei sehr geringer Konzentration die Keimvermehrung im Prozesswasser und verhindert Biofilm-Ablagerungen. Der aus Kochsalz und Wasser mittels Membranzellen-Elektrolyse in-situ hergestellte Wirkstoff Anolyte ersetzt aggressive, ausgasende und teure Desinfektionsmittel.
Die Braumeister einer großen Brauerei riefen im Sommer 2023 den Innowatech-Kundendienst um Hilfe. Die Brauerei produziert für den internationalen Markt und nutzt zur Haltbarmachung ihrer Biersorten einen Tunnelpasteur. An der etwa drei Jahre alten Anlage mit rund 50 000 Flaschen Durchlauf pro Stunde, hatte sich innerhalb weniger Monaten der Biofilmaufbau erheblich verstärkt. Die Reinigungsintervalle mussten daher verkürzt werden. Letztlich brachte auch die Erhöhung der Bioziddosierung nicht den gewünschten Erfolg, im Gegenteil, die erhöhte Dosis führte zu neuen Problemen in der biologischen Abwasseraufbereitung.
Die Brauerei setzte den Wirkstoff Innowatech Anolyte bereits seit knapp zehn Jahren bei unterschiedlichen Desinfektionsanwendungen ein. Die Erfahrungen hiermit waren durchweg positiv: Die Desinfektionswirkung war hoch und das Handling mit einem Wirkstoff, der keinerlei Gefahrenstoffe birgt, problemlos. Nun sollte angesichts der akut starken Verkrustungen mit Biofilm die Behandlung des Prozesswassers auf den Tunnelpasteur ausgedehnt werden.
Ergebnis des Anolyte-Einsatzes: Die hohe Wirksamkeit gegen Keime und Biofilm war bereits nach einer Woche zu besichtigen: Der Biofilmaufbau war deutlich geringer. Und nach vier Wochen waren durch die konsequente Desinfektion mit Anolyte nahezu keine Ablagerungen mehr zu sehen. Weitere Optimierung war noch hinsichtlich des Austauschs der beiden zuvor verwendeten Inhibitoren gegen einen Anolyte-kompatiblen Härtestabilisator notwendig.
Keimreduktion im Pasteur
Das Pasteurisieren ist laut Lehrbuch die sicherste Methode zur Haltbarmachung von Lebensmitteln und Getränken in Gläsern, Dosen oder Flaschen. Diese Regel gilt erst recht, wenn das Getränk vergärbare Stoffe enthält. Insbesondere Großbrauereien mit hohem Ausstoß, die für den europäischen Markt und den Weltmarkt produzieren, setzen auf den Tunnelpasteur. Durch die Pasteurisierung des Bieres kann dessen Haltbarkeitsdauer deutlich verlängert werden. Längere Transportwege zum Händler lassen sich dadurch kompensieren.
Über ein Förderband gelangen die abgefüllten und verschlossenen Getränkeflaschen mit einer Einlauftemperatur von 8 bis 10 °C in den Pasteur. Ein Pasteur besteht aus mehreren Temperaturzonen, in denen die Flaschen und das darin befindliche Produkt zunächst stufenweise immer heißer werden (40, 50, 60, 75 °C). Dazu werden die Flaschen ständig über Düsen mit Heißwasser besprüht und soweit erhitzt, bis die Pasteurisationstemperatur von ca. 60 bis 75 °C erreicht ist. In dieser Zone verbleiben die Flaschen 10 bis 30 min.




